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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 23.08.2019 um 18:08 Uhr

Kurstadt soll Einsparpotenziale nutzen

Braucht Bad Pyrmont einen Tourismus-Chef?

Die Stadt Bad Pyrmont ist und bleibt über weitere Jahre aufgrund ihrer finanziellen Situation zur Haushaltssicherung verpflichtet. Aufgrund der Inanspruchnahme von Bedarfszuweisungen wurden hinsichtlich der Konsolidierungsvolumen Zielvereinbarungen bis ins Jahr 2021 getroffen. Das Ministerium des Inneren hat der Stadt unter anderem empfohlen, ihren überdurchschnittlichen Anteil für freiwillige Leistungen (6,3 Prozent) abzuschmelzen.

Zu: „Müssen Bewerber gar nichts mehr können?“, vom 1. August
Vor diesem finanziellen Hintergrund wurde die Stelle des Geschäftsführers der Bad Pyrmont Tourismus GmbH vakant und unverzüglich eine Stellenausschreibung veranlasst. Meines Erachtens verbietet sich ein „weiter so“. Zumindest sollte intensiv geprüft werden, ob ohne strukturelle Veränderungen in der Tourismusförderung/Gästeservice und gleichzeitigem Verzicht auf eine Neueinstellung eines Geschäftsführers ohne Leistungsminderung erhebliche Einsparungen erzielt werden können. Ich meine, dass man mit einer Umstrukturierung bei unveränderter Effizienz Einsparpotenziale erreichen kann. Nach Auflösung der Kapitalgesellschaft könnte die Wahrnehmung der Aufgaben bei der städtischen Verwaltung mit Fachausschuss für „Wirtschaftsförderung und Tourismus“ angedockt werden. Die gesellschaftsrechtlichen GmbH-Strukturen (Organe der GmbH) für den öffentlichen Zweck müssten entsprechend den Vorschriften des Kommunalverfassungsgesetzes (Fachgebiet und Fach-ausschuss gemäß dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz) verwaltungsseitig durch eine Rechtsformveränderung ersetzt werden. Für den Personalkörper im Info-Zentrum (GmbH mit sechs Stellen ohne Geschäftsführer) wären Veränderungen nicht notwendig, die Führungsposition könnte der bereits eingestellten, fachkompetenten Wirtschaftsförderin in Form der Fachgebietsleitung übertragen werden. Für die Gesellschafter und Steuerzahler wären auf diesem Wege ohne Leistungseinbußen erhebliche Einsparungen (zirka 100 000 Euro) auf dem Personalsektor zu erzielen. Die finanzielle Leistungsfähigkeit würde spürbar verbessert. Bei der Wiedergründung eines Fachausschusses könnten die Stimmrechte der bisherigen drei Gesellschafter sichergestellt werden.