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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 16.06.2015 um 06:00 Uhr

Bis an den Horizont

Zu: „Friedel und Johannes tauchen ab“, vom 11. Juni

Die Unterzeile meldet: Emmer- umflut ist eingeweiht. Das derzeitige Emmerbild im Baustellenbereich erinnert an einen Philosophen. Der Amerikaner Ralph W. Emerson (passt zur Emmer) lebte von 1803 bis 1881 und empfahl unter anderem: „Pass dich dem Schritt der Natur an, ihr Geheimnis heißt Geduld.“ „Ist ja alles noch nicht fertig“, meinten auch die beiden netten Gastronomiedamen, welche den abendlichen Eröffnungstermin seit dem Morgen vorbereiteten. Bratwurst mit Pommes satt, rot und weiß, Getränke, soviel das Herz begehrt, mit oder ohne Alkohol, plus Musik – alles gratis. War bei 13 Millionen auch noch übrig. Da langte man kräftig zu und niemand hatte es nötig, aus der Emmer zu saufen. Claudia Kleinert hätte kommen sollen, kam dann aber doch nicht. Wetter war trotzdem, gute Reden auch. Nur die Moderatorin meinte, damals bei der Errichtung des Stausees hätte man noch nicht gewusst, wie die Durchleitung den Fluss verändern, sprich verschlechtern, würde. Irrtum – das war da bereits eindeutiger Text in der Wassergesetzgebung des Bundes und der Länder. Da hieß es bei jeglicher Gewässeraufstauung, die Vorflut müsse außen rum, allein schon wegen der Fischwanderungen. Wer vorher oder nachher noch Zeit hatte, die Wasserbeschaffenheit des neuen Emmerverlaufes über den Kaskaden an der Staumauer zu begutachten, der war enttäuscht: „Sieht ja gar nicht gut aus! Genau genommen nicht mal besser, als das überlaufende Seewasser gewesen war.“ Da trügt sicherlich der visuelle Eindruck, möglicherweise auch gewitterbedingt. Obwohl – da werden Friedel und Johannes, die beiden kleinen Salmoniden, aber Augen gemacht haben. In der Tat gibt es noch hydrologische und fischereibiologische Bedenken. Der Vorstau oberhalb des Schiedersees, der ist immer noch viel zu lang. Von der Holzbrücke stromaufwärts gesehen, ist die kaum fließende Emmer bald so breit wie die Weser, das Stauwasser reicht gefühlt „bis an den Horizont“. Da gilt es noch, das ursprüngliche Bachbett wiederherzustellen. K. H. Seifert,

Hessisch Oldendorf