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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 12.12.2019 um 20:23 Uhr

Fall Lügde: Klima nicht vergiften

Besonders verwerflich

Zu: „Was gehört in die Öffentlichkeit?“, vom 14. November


In einer Zeit, in der wir zunehmend mit den verheerenden Folgen sogenannter „Hass-Reden“ konfrontiert werden, finde ich es besonders verwerflich, dass eine langjährige Landtags-, Kreistagsabgeordnete und Ratsfrau der Christlich-Demokratischen Union wie Frau Körtner in der äußerst komplexen, schwierigen und für die meisten Beteiligten belastenden Auseinandersetzung um den „Fall Lügde“ jede Gelegenheit nutzt, um ihr politisches Süppchen zu kochen und das Klima zu vergiften, statt zu einer angemessenen Aufarbeitung von Fehlern, Verantwortlichkeiten und schuldhaftem Versagen beizutragen. Nicht genug damit, dass sie unmittelbar nach der Rücktrittsankündigung von Landrat Bartels kräftig nachgetreten hat, setzt sie ihre Attacken fort, wie von der Dewezet berichtet, zuletzt im Jugendhilfeausschuss.

Verantwortungsvolles Handeln im Interesse der Opfer wie auch einer nachhaltigen Verbesserung bisheriger Konzepte zum Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch und Gewalt sieht wahrlich anders aus. Im übrigen stünde es allen, die, wie Frau Körtner, seit Jahrzehnten Kommunalpolitik in prominenter Position „mitgestaltet“ haben, gut zu Gesicht, auch nach möglicher, eigener Mitverantwortung zu fragen: Wie war es möglich, dass über zehn Jahre hinweg derartige Verbrechen auf einem Campingplatz quasi vor aller Augen und doch unentdeckt verübt werden konnten? Darüber auch selbstkritisch nachzudenken und von da aus den Dialog mit anderen Menschen oder Gruppen zu suchen – sei es in den beteiligten Behörden oder der Bürgerschaft – wäre ein Ausdruck menschlich und politisch verantwortungsvollen Verhaltens und ein Beitrag zu einem konstruktiven und heilsamen Umgang mit einem Geschehen.