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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 18.06.2021 um 22:08 Uhr

Leserbrief

Behörde hat Freiraum für individuelle Entscheidungen

Zu: „Pragmatiker nicht mehr gefragt?“, vom 4. Juni
Die Diskussion in der Ortsratssitzung, insbesondere über die Seilbahn am Spielplatz des Dorfgemeinschaftshauses Haverbeck, hat mich, gelinde gesagt, erschüttert.

Ich lebe seit 2013 in diesem Dorf und habe mich immer an der Gemeinschaft beteiligt. Der Spielplatz Mainbachstraße wurde damals durch Finanzierung der Stadt Hameln und Spenden von Einwohnern Haverbecks eingerichtet. Zwischen 2015 und 2016 wurde der damalige Firstbalken der Holzschaukel mit einem nicht unerheblichen Betrag, hoch dreistellig, der Sportgemeinschaft Haverbeck finanziert. 2015 wurde an der Mainbachstraße ein Klettergerüst aufgrund nicht mehr vorhandener Standfestigkeit abgebaut. Mit einer Sammel- und Spendenaktion im Dorf konnte ein neuer Kletterturm errichtet werden. Geld ging von der Dorfgemeinschaft an die Stadt Hameln. Ausschreibung von dort und Aufbau. Kein Problem. Die Nestschaukel auf dem Spielplatz am Dorfgemeinschaftshaus wurde von der Stadt Hameln und dem Ortsrat Haverbeck initiiert und finanziert, was das Material betrifft. Aufgebaut wurde die Schaukel ausschließlich von engagierten Dorfbewohnern. Die Stadt Hameln hat durch Verwaltungsmitarbeiter die Maßnahme begleitet und genehmigt und mittlerweile das „Nest“ mindestens einmal erneuert.

So, jetzt zu der Diskussion in der Ortsratssitzung: Der Leiter des Fachbetriebs für Umwelt und Technische Dienste hat für einen Neubau der Seilbahn allerhand Bedenken geäußert. Aufgrund der obigen Ausführungen sollte es doch keine Einwände zur organisatorischen Beschaffung und Aufbau der Seilbahn durch die Dorfgemeinschaft geben. Wir werden eine Sammel- und Spendenaktion initiieren. Wie gehabt das Geld der Stadt Hameln zuführen und wie oben geschildert aufbauen. Die Argumente des Herrn Szubin fühlen sich an, wie Handeln nach dem Prinzip „immer mit dem Rücken an der Wand“ – nach dem Motto: „Mögen täten wir schon wollen, aber können haben wir uns nicht getraut.“

Herr Griese sollte seinen Verwaltungsmitgliedern, insbesondere den unter 40-Jährigen, mal erläutern, dass es auch in den verwaltungsrechtlichen Vorschriften Freiraum für individuelle Entscheidungen gibt. Sollten andere Ortsteile mit gleichartigen Forderungen an die Stadt Hameln herantreten, muss man diese auf die Möglichkeiten der Ganz- beziehungsweise Teilfinanzierung durch eigene Aktivitäten hinweisen. Insbesondere die Planung, das Gebäude der Grundschule Haverbeck für einen Chancenraum im Hinblick auf sonderpädagogische Unterstützung im Bereich emotionaler und sozialer Entwicklung einzuplanen, zeigt auf, dass auch dieses Seilbahnspielgerät für die Entwicklung dieser Kinder in den Unterrichtspausen erforderlich ist.

Übrigens habe ich fast vergessen, dass ja bald Landtags- und Kommunalwahlen sind. Viel Glück, Herr Griese!