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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 23.08.2019 um 18:21 Uhr

Denkpause ist dringend notwendig

Auf weitere Windkraftanlagen verzichten

Die ernste Lage, wie es um die zukünftige Stromversorgung in Deutschland steht, wird einfach ignoriert. Eine ideologisch geführte Debatte um die Energiewende, die jegliche Grundlage von physikalischen Gesetzmäßigkeiten ausschließt, führt in eine Sackgasse, die uns in den kommenden Jahren ein volkswirtschaftliches Desaster bescheren wird. Aber wir machen weiter so.

Zu: „Mehr Windräder für Lichtenhagen?“, vom 13. August


Es wird nicht innegehalten, nicht analysiert und nicht neu bewertet. Was ist der bisherige Bestand an erneuerbaren Energiekraftwerken in der Lage, zu einer verlässlichen Stromversorgung beizutragen? Emmerthaler Bürger können es seit zirka einem Jahr fast tagtäglich mit eigenen Augen sehen. Auf eine Volllaststunde der acht Windkraftanlagen des Windindustriegebietes Grohnde folgen vier Stunden Stillstand. So sieht die Bilanz aus. Arbeitsverfügbarkeit zirka 20 Prozent. Die erneuerbaren Energien nehmen zurzeit ständig Kredit vom Vorhandensein der Backupkapazitäten der konventionellen Kraftwerke mit Arbeitsverfügbarkeit von bis zu über 90 Prozent. Es ist Fakt, dass auch bei einem vielfachen Ausbau der Wind- und Fotovoltaik-Energieträger das Problem der Dunkelflaute auch nicht einmal ansatzweise gelöst ist. Aber man ist ja der Meinung, alles wird smart und der Strom kommt zukünftig wohl auch aus der „cloud“. Wenn etwas ideologisch nicht zur Kenntnis genommen werden will und selbst die Physik und deren Gesetze ausgeblendet werden, ist es anstrengend, zu argumentieren. Noch ein Hinweis zur ideologischen Weisheit der grünen Verfechter der Energiewende, dass Wind und Sonne keine Rechnung schicken. Im Juli fielen fast drei Milliarden Euro an EEG-Vergütung an, die ein jeder von uns als Umlage auf seiner Stromabrechnung anteilig wiederfinden wird. Über 16 Milliarden Euro seit Jahresbeginn. Gute Gründe, auf weitere WKA-Neubauten zu verzichten und schon gar nicht in Wäldern. Wir benötigen dringend ein Ausbau-Moratorium und eine Denkpause. Setzt natürlich voraus, dass die Politiker auch selbstkritisch mit ihren Entscheidungen umgehen und nicht nur die Blicke Richtung Politikbarometer werfen.