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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 30.07.2021 um 21:40 Uhr

Atomkraft ist nicht sicher beherrschbar


Was wissen wir heute über die Nutzung der Atomenergie? Nun, wir wissen, dass diese Technologie auch nach 60 Jahren immer noch nicht absolut beherrschbar ist (siehe Majak 1957, Harrisburg 1979, Tschernobyl 1986, Fukushima 2011). Deshalb hat unsere Kanzlerin Dr. Angela Merkel, selbst Physikerin, bewusst gesagt: „das Restrisiko ist eine erfahrbare Größe geworden“.

Gegen den Widerstand aller Lobbyisten hat sie als Vorreiterin und mit ihr zusammen der Bundestag und Bundesrat die Laufzeitbegrenzung der damals noch aktiven 17 Atomkraftwerke (AKW) durchgesetzt. In 2021 mussten die deutschen Steuerzahler 3,4 Mrd. Euro an die AKW-Betreiber für deren Verdienstausfall zahlen – der Ausstiegsbeschluss war aber dennoch der richtige Schritt. Auch unsere Nachbarn Italien, Belgien (2025), Dänemark und die Schweiz haben ebenso den Ausstieg aus der Atomkraft verkündet, Österreich hat sogar sein gebautes AKW nie ans Netz genommen. Wir haben bis heute immer noch kein „Endlager“ für den hochradioaktiven Atommüll gefunden und werden auch die nächsten 20 Jahre kein Endlager gefunden haben. Der Suchprozess ist hoch problematisch, da dieser Müll für
1000 Generationen bis zu
eine Million Jahre sicher untergebracht werden muss. Die Lebensdauer der Castorbehälter beträgt aber nur 40 Jahre! In unserer Erdkruste gibt es Bewegungen, Risse und Erdbeben. Das als sicher geglaubte Lager „ASSE II“ ist ein warnendes Beispiel und entwickelt sich zum Desaster – auch finanziell. Die Erdkruste ist prozentual nur 1/3 so dick wie das Leder eines Fußballs. Wie kann ein Lager dort sicher sein? Sowohl die internationale Ärzteschaft als auch die deutsche Ärztekammer haben sich gegen die Behandlung des Atommülls in Form der „Freimessung schwach radioaktiver Substanzen“ heftigst gewehrt. Unbeeindruckt aller Fakten gibt es Menschen, die in geradezu rührender Weise die Fahne der Vergangenheit hochhalten. Die AKW-Betreiber selbst wissen, dass die Zeit der Kernkraft lange vorüber ist – und das mit Recht.