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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 15.01.2021 um 18:48 Uhr

Zu: „Busfahrten gestrichen“, vom 5. Januar

Abwärtstrend

Nicht nur Frau Biskup bekommt es schmerzhaft zu spüren, wie es ist, in einer Region zu wohnen und zu leben, die immer stärker abgehängt wird. Kurz vor der Streichung der regulären Busverbindungen hat der Volksbank-Geldautomat in Wallensen zum letzten Mal Bargeld ausgeworfen und war doch anlässlich der Schließung der beiden Filialen von Volksbank und Sparkasse als verlässliches, gemeinsames Angebot angepriesen worden.

Ein hoher Anteil der Bewohner von Wallensen und Thüste kann nicht mehr Auto fahren, war aber bisher in der Lage, sich selbst zu versorgen, den Firmen Nerjes und Bohne sei an dieser Stelle ein ganz dickes Danke gesagt! Aber bargeldlos zahlen bei zwei Brötchen und 100 Gramm Wurst? Vor einigen Jahren war Wallensen noch so gut versorgt, dass es attraktiv war, dorthin zu ziehen. Doch Gewerbebetriebe sind abgewandert, der Nahversorger seit Jahren geschlossen, der Ratskeller verfällt zusehends, die Arztpraxis ist weiterhin verwaist. Aber keine Sorge, es gibt noch Einsparpotenzial: Einen Postkasten braucht doch wirklich keiner, Briefe und Pakete können wir uns selbst in Salzhemmendorf abholen, der Abfall lässt sich problemlos auf Jahre in ruinösen Altbauten deponieren. Hauptsache, „wir haben Wasser, Strom und Essen“, so Kristina Dunz im Leitartikel am 5. Januar. „Jeder muss sich für ein paar Tage etwas anpassen“ – um zum Schluss mit Sandra Lummitsch, Pressesprecherin beim Landkreis, Hoffnung zu wecken.