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Zwischen den Steinen

Es ist eine verzwickte Situation, in die die Jugendwerkstatt da hineingeraten ist. Auf der einen Seite steht die hohe Akzeptanz dieser Einrichtung und ihres Leiters Klaus-Dieter Jösten, der erst letzte Woche für sein Lebenswerk mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden ist. Auf der anderen Seite aber ist auch nachvollziehbar die Haltung des Landkreises, der sich angesichts eines immer höheren Defizits nicht mehr in der Lage sieht, den Geldhahn aufzudrehen und dadurch das Land Niedersachsen zu entlasten.

veröffentlicht am 12.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 08:58 Uhr

Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Reporter zur Autorenseite

Es ist eine verzwickte Situation, in die die Jugendwerkstatt da hineingeraten ist. Auf der einen Seite steht die hohe Akzeptanz dieser Einrichtung und ihres Leiters Klaus-Dieter Jösten, der erst letzte Woche für sein Lebenswerk mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden ist. Auf der anderen Seite aber ist auch nachvollziehbar die Haltung des Landkreises, der sich angesichts eines immer höheren Defizits nicht mehr in der Lage sieht, den Geldhahn aufzudrehen und dadurch das Land Niedersachsen zu entlasten. Deshalb ist die Entscheidung, die als einmalig deklarierte Zuweisung nicht weiter zu gewähren, nur konsequent. Schließlich mussten auch andere Institutionen einen finanziellen Aderlass akzeptieren.

Wenn nun aber Jugendrichter mangels Alternativen gezwungen werden, gestrauchelte Heranwachsende eher hinter Schloss und Riegel zu schicken, kann der Steuerzahler eine höhere Zeche zahlen als nötig. Denn ein stationärer Aufenthalt ist nun mal teurer als eine ambulante Behandlung. Und auch der Nutzen ist infrage zu stellen, zumal im Knast manche Verbrecherkarriere oft erst richtig begonnen hat. Die Erfolge sprechen für die Jugendwerkstatt. Und es wäre angesichts kontinuierlich steigender Jugendkriminalität sehr bedauerlich, wenn diese Einrichtung nun zwischen den politischen Mühlensteinen von Land und Landkreis dauerhaft zermahlen würde.

h.j.weiss@dewezet.de



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