weather-image
13°

Wir werden genau hinschauen

veröffentlicht am 12.09.2016 um 00:26 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:18 Uhr

Foto: Dana

Was für ein Wahlabend! Da war nun mal so ziemlich alles drin, was eine Kommunalwahl überhaupt hergeben kann. Falsche Wahlzettel in einem Hamelner Wahlbereich, ein zweistelliges Ergebnis der erstmals angetretenen rechtspopulistischen AfD und ein Kreistagsergebnis, das nicht Fisch und nicht Fleisch ist. Hinzu kommt, dass die Auszählung der Stimmen gefühlt eine halbe Ewigkeit gedauert hat. Wahlhelfer und Wahlleitungen haben sicherlich ganz überwiegend einen guten Job gemacht – doch es dauerte am Sonntagabend schon recht lange, bis zuverlässige Zahlen und dann auch tatsächliche Ergebnisse vorlagen.

Das Abschneiden der AfD macht in seiner Deutlichkeit am Ende Sorgen. Für den Kreistag holte die neue Protestpartei mit ihrem sehr fragwürdigen Auftreten aus dem Stand heraus über zehn Prozent. Damit ist die AfD, ob es einem nun passt oder nicht, hinter SPD, CDU und Grünen die viertstärkste politische Kraft im Landkreis Hameln-Pyrmont. Man darf sicherlich feststellen, dass der Wahlkampf keine besonders große Brisanz besaß und sich die etablierten Parteien in den Sachthemen durchweg nicht mit einer Klare-Kante-Politik hervorgetan hätten. Man darf, nein, man muss aber dennoch schon den Kopf darüber schütteln, dass mit der AfD eine Partei jede zehnte Stimme bekommen hat, obwohl diese Partei weder mit kommunalpolitischen Themen gepunktet hat noch durch einen besonders öffentlichkeitswirksamen Wahlkampf. Ganz im Gegenteil: Die AfD gab sich extrem medienscheu, verstörte durch dumpfe Parolen, ließ Argumente vermissen und schlug stattdessen hier und dort in die bundesweit bekannte, teils menschenverachtende Kerbe. Dass die AfD damit auch bei dieser Kommunalwahl in Hameln-Pyrmont beim Wähler tatsächlich punkten konnte, ist nicht allein mit dem Schlagwort Protestwahl erklärt.

In den kommenden fünf Jahren sind die Fronten klar abgesteckt: SPD, CDU, Grüne, Linke, FDP und Unabhängige wollen nicht mit der AfD koalieren. Was sie aber werden tun müssen, ist, mehr klare Kante zu zeigen, den Menschen im Landkreis zu erkennen geben, wofür sie stehen, was sie wollen und was sie nicht wollen. Sonst wird es nämlich nicht bei diesem einen Ausreißer für die AfD bleiben. Und die AfD selbst? Die muss nun zeigen, ob sie außer Sprücheklopfen am Stammtisch inhaltlich etwas zu sagen hat. Zu den Themen hier vor Ort. Sie sitzen jetzt im Kreistag. Das hat etwas mit Verantwortung zu tun. Wir werden genau hinschauen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare
Kontakt
Redaktion
E-Mail: redaktion@dewezet.de
Telefon: 05151 - 200 420/432
Anzeigen
Anzeigen (Online): Online-Service-Center
Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
Abo-Service
Abo-Service (Online): Online-Service-Center
Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
X
Kontakt
X
Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

Noch kein Digital-Abo?