weather-image
21°
×

Eine Posse made in Hameln

Wir haben es ja!

Eine Bewerbung für das Unesco-Kulturerbe ist keine wissenschaftliche Lebensaufgabe. Das neunseitige Formblatt stellt überschaubare intellektuelle Ansprüche: Hier ein Kreuzchen, dort eine Kontaktadresse, ab und an ein knapper Text („nicht mehr als 300 Wörter“). Arbeit für eine Woche, wer fix ist, schafft es schneller. Bei null fängt man ja nicht an, wenn es um den Rattenfänger geht.

veröffentlicht am 20.08.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:10 Uhr

Autor:

Doch Hameln fühlt sich seinem Sagen-Erbe so verpflichtet, dass man sich ohne Hilfe von außen nicht zu helfen weiß. In Bad Pyrmont macht sich ein kundiger Museumsleiter an die Arbeit, in Hameln dagegen wird gleich Geld in die Hand genommen und eine neue Stelle geschaffen. Falls es in Vergessenheit geraten sein sollte: Die Stadt verfügt nicht nur über einen beachtlichen Schuldenberg, sondern sogar über zwei kundige Museumsleiter, die den Rattenfänger spielend ins Rampenlicht setzen könnten.

Falls die Unesco demnächst ein Verzeichnis zur Verschwendungskultur des materiellen Erbes aufstellen wird: Wo ist das Bewerbungsformular?

KOMMENtAR



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.