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Wer hat’s vermasselt?

Heute werden viele Menschen in Hameln die Hände überm Kopf zusammenschlagen. Nicht nur, dass das historisch wichtigste Gebäude der Stadt einer nutzlosen Ruine gleicht. Nun lässt auch noch das Land Niedersachsen das einstige Vorzeigeprojekt wie eine heiße Kartoffel fallen – und die Stadt Hameln im Jubiläumsjahr mit dem Schwarzen Peter sträflich allein.

veröffentlicht am 10.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:03 Uhr

Thomas Thimm

Autor

Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Das Projekt EWR war von Anfang an ein totgeborenes Kind: Hanebüchene Gutachten über Besuchermassen ließen den gesunden Menschenverstand verzweifeln, die Technik war an Dilettantismus kaum zu überbieten. Am Ende blieb ein Millionengrab – dem Steuerzahler eingebrockt haben das die drei Landkreise Hameln-Pyrmont, Schaumburg und Holzminden unter kräftiger Mithilfe des Landes.

Pikant: Die NBank und das Wirtschaftsministerium gehen dem Verdacht nach, dass die Fördergelder bei der EWR nicht richtig verwendet wurden. Stimmt der Vorwurf, müssen die Millionen vom Land an die EU zurückgezahlt werden. Hätte das Land nur ein kleines Fünkchen Hoffnung, dass bei der EWR alles mit rechten Dingen zugegangen ist, würde es jetzt nicht auf die Notbremse treten.

Egal wie die Sache ausgeht: In jedem Fall muss die Frage nach den Schuldigen beantwortet werden. Für das Desaster sind diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die die Suppe eingebrockt haben. Das ist das Mindeste, was der Steuerzahler jetzt erwarten darf.



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