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Was sind Ihre Versprechen wert, Herr Fard?

Ende, aus, vorbei? In nur 80 Tagen schlittern die Mitarbeiter des Fardschen Familienunternehmens Cemag/CMP von der vermeintlich großen Hoffnung hinein in das nächste Firmenchaos: Unmittelbar vor Weihnachten müssen sich die Mitarbeiter – die gerade die Insolvenz der Cemag überstanden hatten – nun schon wieder mit dem Thema Kündigung auseinandersetzen. Die Nachfolgegesellschaft CMP, die noch Anfang Oktober vom alten Cemag-Chef und neuen CMP-Berater Ali Memari Fard großspurig als Neuanfang gepriesen wurde, will die Tore in Hameln schließen.

veröffentlicht am 21.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:02 Uhr

Thomas Thimm

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Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Ende, aus, vorbei? In nur 80 Tagen schlittern die Mitarbeiter des Fardschen Familienunternehmens Cemag/CMP von der vermeintlich großen Hoffnung hinein in das nächste Firmenchaos: Unmittelbar vor Weihnachten müssen sich die Mitarbeiter – die gerade die Insolvenz der Cemag überstanden hatten – nun schon wieder mit dem Thema Kündigung auseinandersetzen. Die Nachfolgegesellschaft CMP, die noch Anfang Oktober vom alten Cemag-Chef und neuen CMP-Berater Ali Memari Fard großspurig als Neuanfang gepriesen wurde, will die Tore in Hameln schließen. Die Schuld soll der NBank zugeschoben werden, die ein Darlehen abgelehnt hat. Die Schuldigen bei der Förderbank des Landes zu suchen, ist jedoch allzu billig und nicht mehr als eine fadenscheinige Begründung, die von den eigenen Unzulänglichkeiten ablenken soll: Fard hatte im Oktober verkündet, dass seine Familie und insbesondere der investierende Neffe 20 Millionen Euro in das Unternehmen pumpen und den Standort Hameln erhalten würden. Aus diesen 20 Millionen Euro sind mittlerweile nur noch 5,5 Millionen geworden, weitere 4,5 Millionen soll Vater Staat draufpacken. Was sich zunächst wie eine Ehrensache anhörte, wird nun zum Rohrkrepierer. Da fragen sich viele, was sie insgesamt wert sind, die Versprechen der Fards. Eine ganze Anzahl von Handwerkern, die auf von der Cemag unbezahlten Rechnungen sitzen, verzweifeln daran, ob sich auch das Versprechen, alle Rechnungen würden bezahlt, in Luft auflösen wird.

Helfen soll nun Wirtschaftsminister Jörg Bode. Äußerst pikant: Dessen Staatssekretär Oliver Liersch war der erste, mittlerweile ersetzte Insolvenzverwalter der Cemag.

t.thimm@dewezet.de



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