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Nur acht Tage nach der Wahl wirft eine Gewählte hin

Unglaubliche Posse

veröffentlicht am 19.09.2016 um 17:10 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:18 Uhr

Es hat nur eine Woche gedauert, da ist der Wählerwille im Weserbergland schon wieder Makulatur. Heike Beckord aus Bad Pyrmont hatte für den Kreistag Hameln-Pyrmont kandidiert, hat dafür auch Wahlkampf gemacht, ist von den Wählern gewählt worden – und nun schmeißt sie hin. Sie will ihr Mandat für den Kreistag nicht annehmen. Sie wolle sich auf ihre Arbeit im Stadtrat Bad Pyrmont konzentrieren, lautet die offizielle Begründung. Frau Beckord, mit Verlaub, das ist lächerlich.

Und unehrlich ist es obendrein. Wollen wir einmal annehmen, dass es für Frau Beckord zu viel, zu aufwendig, zu stressig wäre, im Pyrmonter Stadtrat und auch noch im Kreistag zu sitzen – warum hat sie dann überhaupt für beide Gremien kandidiert? Die Erkenntnis, dass das alles zu viel für sie werden würde, hätte sie vorher haben können, ja müssen. Schließlich ist Heike Beckord kein Politik-Neuling. Ganz im Gegenteil: Sie kennt das Geschäft in- und auswendig. Es wäre ehrlich und fair gewesen, den Wählern vor der Wahl reinen Wein einzuschenken.

Dass aufgrund des Rückzuges von Heike Beckord der bei der Kommunalwahl vor einer guten Woche noch gescheiterte bisherige SPD-Fraktionschef Ulrich Watermann nun in den Kreistag nachrückt, sorgt für ein zusätzliches, bitteres Geschmäckle. Es sieht so aus, als ob Beckord für Watermann Platz machen müsste. Watermann hatte sich bei der Listenaufstellung verzockt, nun korrigieren die Genossen das Ergebnis, wie es ihnen personell gefällt, könnte man meinen. SPD, Beckord und Watermann dementieren dieses selbstverständlich.

Was unter dem Strich bleibt, ist aber in jedem Fall nicht schön: Die SPD-Frau hat die Bad Pyrmonter und vor allem ihre eigenen Wähler an der Nase herumgeführt. Da sind von den Wählern 520 Kreuze hinter dem Namen Heike Beckord gemacht worden. 520 mal sagten die Wähler ’Ja’ zu ihrer Kandidatin. 520 Wählerstimmen bekannten sich zu dieser Politikerin, ihren Themen und Aussagen. Und die Gewählte wirft hin, als ob diese 520 Stimmen einfach nichts wert wären. Na, Dankeschön.



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