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Suche nach dem Sündenbock

Dass sich unter den Mitarbeitern der Jugendwerkstatt Wut entlädt, ist verständlich. Aber auf der Suche nach dem Sündenbock ausschließlich in der Superintendentur einzukehren, das ist zu einfach. Hinter den in dieser Woche laut werdenden Rücktrittsforderungen an Philipp Meyer wabert offenbar noch ein anderer, selten offen ausgesprochener, aber als Unterströmung beharrlich wirksamer Konflikt: der Unmut über den erzwungenen Abgang von Klaus-Dieter Jösten. Manch einer verübelt Meyer diesen Schritt nachhaltig. Und der Superintendent hat es kaum geschafft, die alten Gräben zu schließen.

veröffentlicht am 16.11.2012 um 18:55 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:27 Uhr

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Dass inzwischen aber hinter vorgehaltener Hand der ehemalige Leiter quasi mit jeder neuen Defizit-Meldung an Ansehen gewinnt und das wirtschaftliche Desaster allein den Namen Meyer trägt, spiegelt die Gemütslage mancher Beteiligter wider, nicht jedoch die Realität. Es ignoriert die strukturellen Probleme, mit denen die Jugendwerkstatt kämpft.

Richtig ist, dass Jösten die Einrichtung zu einer geachteten und geschätzten Marke gemacht hat – eine Marke, die nach seinem Ausscheiden vergleichsweise gesichts- und konturlos wurde. Vergessen wird bei diesen Ausflügen in die Früher-war-alles-besser-Welt aber gerne, dass der Niedergang schon damals seinen Anfang nahm und veruntreute Gelder nicht unbedingt zur Imagepflege beigetragen haben. Zweifellos trägt Meyer Mitverantwortung für das Scheitern der Sanierung, aber nicht dafür, dass ein Neuanfang notwendig wurde.

Was der Kirchenkreistag beschlossen hat, ist bei Licht betrachtet kaum noch als Rettungsversuch zu bezeichnen. Die Jugendwerkstatt, einst ein Hamelner Vorzeigeprojekt, wird in Raten abgewickelt. Gewahrt wird der Name, der Standort Hameln, einige Arbeitsplätze – und vor allem der Schein.



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