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SPD schaltet auf Schubumkehr – Hamelns CDU sagt: Danke, Peer!

Kopf an Kopf wie im Land, so umkämpft waren auch die heimischen Wahlkreise. Die Spitzenkandidaten blieben auf Schlagdistanz, das Rennen machte am Ende, wer den Landes- und Bundestrend im Rücken und nicht als Brise von vorn verspürte. Dass die Christdemokraten beide Hameln-Pyrmonter Wahlkreise behaupten, darauf hätte vor Monaten noch kaum jemand gewettet. Der Erfolg stellte sich erst auf den letzten Metern ein. Zum einen waren die FDP-Wähler mit ihrer Erststimme gegenüber Deppmeyer und Joumaah offenbar spendabler als die Grünen gegenüber den Sozialdemokraten. Zum anderen fielen die Geländegewinne der SPD im Land zuletzt zu bescheiden aus, um die Kandidaten zu beflügeln. Eher im Gegenteil: Bartling und Watermann haben auch in dem Moment verloren, in dem Peer Steinbrück den Wahlkampf zu seiner Sache machte und die stabile Formkurve der SPD in einen Sinkflug verwandelte.

veröffentlicht am 21.01.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:26 Uhr

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Orchestriert wurde der Wahlkampf mitnichten von den Kandidaten selbst. Mangels echter Themen setzten sie kaum eigene Akzente, es war eine Landtagswahl im Vorprogramm der Bundestagswahl, die vieles überstrahlte. Für die Kandidaten ging es mehr oder weniger nur darum, die eigene Bekanntheit zu steigern.

Genau das ist Bartling in Hameln offenbar nicht gelungen. Trotz Promi-Bonus hat der Ex-Innenminister – für viele überraschend – das Senior-Duell gegen Deppmeyer verloren. Der Rintelner hat sich verrechnet, als er seinen sicheren Schaumburger Wahlkreis gegen das Wagnis in Hameln tauschte. Dabei konnte Bartling wie die SPD insgesamt von der Selbstzerfleischung der Linkspartei profitieren, deren Sogkraft auf das Stimmenkonto der Sozialdemokraten spürbar erlahmt ist. Dass er dennoch nur zwei Prozentpunkte besser abschneidet als 2008 Volker Brockmann, macht die Niederlage für den Polit-Routinier noch schmerzhafter.

Nimmt man 2008 als Maßstab, war der Rückstand Watermanns deutlich größer als der von Bartling, und doch schien die Siegeszuversicht der SPD auch in Bad Pyrmont noch vor Wochen ungebrochen. Wer kannte schon die neue CDU-Kandidatin mit dem schwer auszusprechenden Namen? Nach dem Abtritt Ursula Körtners, der Grande Dame der CDU, hatte Watermann „sturmfreie Bude“ im Wahlkreis, alles schien angerichtet für den Erfolg im dritten Anlauf. Dass es wieder nicht geklappt hat, ist eine herbe Enttäuschung für den Abgeordneten. Wenn nicht diesmal, wann sonst will Watermann gewinnen? Verloren hat er die Wahl ausgerechnet in seiner Heimatstadt Bad Pyrmont, wo er deutlich hinter Joumaah bleibt.

Dass es für die SPD auch anders geht, hat Sabine Tippelt in Holzminden gezeigt: Ihr Erfolg gegen Platzhirsch Schünemann ist ein echter Paukenschlag. Hat der Innenminister im Wahlkampf zu laut über die Neuordnung der Landkreise nachgedacht?

Für Hameln-Pyrmont hat das Wahlergebnis jenseits aller Farbenspiele etwas Gutes. Denn der Landkreis wird künftig von vier statt von drei Abgeordneten im Landtag repräsentiert, Anja Piel und Watermann ziehen über die Liste ein. Auf eine starke Vertretung wird es ankommen – vielleicht schon bald, wenn die Debatte über Kreisreformen neu entflammt.

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