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Hameln muss ernsthafter über die Schulreform reden

Politische Heuchelei

Es ist gut, dass die Debatte um eine Fusion der Schulträgerschaft in Fahrt kommt. In der Sache ist die Reform überfällig, und sie bietet der klammen Stadt Hameln die Chance, sich finanziell freizuschwimmen. Eine der letzten Chancen, dies in eigener Regie zu tun. Hameln braucht die Entlastung so dringend wie der Nichtschwimmer den Beckenrand.

veröffentlicht am 23.01.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:25 Uhr

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Es ist gut, dass die Debatte um eine Fusion der Schulträgerschaft in Fahrt kommt. In der Sache ist die Reform überfällig, und sie bietet der klammen Stadt Hameln die Chance, sich finanziell freizuschwimmen. Eine der letzten Chancen, dies in eigener Regie zu tun. Hameln braucht die Entlastung so dringend wie der Nichtschwimmer den Beckenrand. Wer in der Ratspolitik dagegen öffentlich Tränen über den Verlust von Steuerungskompetenz vergießt, beschäftigt sich erstens mit Verlusten, die eher die Politiker selbst treffen, und übersieht zweitens geflissentlich, dass diese Fähigkeit längst eine Illusion ist. Handlungsfähig wird Hameln erst, wenn man sich von den millionenschweren Lasten im Schulbereich befreit hat.

Dafür allerdings muss die Stadt dem Landkreis ein ernsthaftes Angebot unterbreiten und keine gegenteiligen Fakten schaffen. Denn so zu tun, als könne man über das Thema eines schönen Tages diskutieren, während die Millionen am Schulzentrum Nord gerade verbaut werden, ist politische Heuchelei. Bestenfalls einen ersten Stein ins Wasser wirft die SPD mit ihrem Antrag, das Schulzentrum als großzügig dimensioniertes IGS-Oberstufenmonopol vom Landkreis bezahlen zu lassen. Auch wenn sich der Landrat in Diplomatie üben muss: Es wirkt so, als suche die Stadt lediglich einen Investor für ihre Pläne – und nicht den Konsens mit dem Landkreis.

Ein Wechsel der Trägerschaft setzt aber voraus, dass gerade die Dimension des neuen Schulzentrums von beiden Seiten mitgetragen und nicht der teure Grundstein für späteren Leerstand gelegt wird. Hier müssen Stadt und Kreis möglichst schnell auf einen Nenner kommen.



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