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Nicht zu kurz springen

Der Ideenwettbewerb zum Hochzeitshaus gibt Steilvorlagen, den Mut zur Entscheidung aber muss die Politik selbst aufbringen. Hoffentlich besitzt sie genug davon. Der lange Schatten ehemaliger „Leuchtturm“-Projekte darf jedenfalls nicht dazu führen, sich zu schnell mit zu kleinen Lösungen zu begnügen. Das Hochzeitshaus ist ein Pfund, mit dem die Stadt wuchern kann, es bietet einfach zu viel Potenzial, um nur Hamelner Klientel-Bedürfnisse zu befriedigen. Von vornherein auf eine touristische Ausstrahlung zu verzichten, wäre zu kurz gesprungen.

veröffentlicht am 07.06.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:29 Uhr

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Natürlich könnte das Hochzeitshaus genutzt werden, indem eine Ausstellung zur Geschichte des Hauses aufgebaut wird. Aber letztlich wäre das nur eine akademische Illustration des Leerstandes. Wer Besucher möglichst rasch in die Flucht schlagen möchte, konfrontiert sie mit ausführlichen Texttafeln. Wer sie gar nicht erst anlocken will, installiert einen echten Straßenfeger wie die Klimaschutzagentur.

Im Ernst: Die Gefahr ist, dass die Erlebniswelt Renaissance den Leerstand im Herzen der Altstadt nicht nur verursacht hat, sondern auf Dauer zementiert. Indem sie wie ein Damoklesschwert über jeder neuen Idee kreist, die einen etwas größeren Wurf wagt – und damit immer auch ein Risiko eingeht.

Unter den Vorschlägen finden sich keine fertigen Konzepte, die über jeden Zweifel erhaben sind. Aber Ideen mit Potenzial. Die Themen „Hochzeit“ (nomen est omen, auch wenn die Bedeutung des Wortes historisch variiert) oder „Ratte“ (selbst im fernen Ausland ein Markenzeichen Hamelns) bieten, wenn sie professionell angepackt werden, die Chance, Besucher in die Stadt zu locken. Die Politik sollte dieses Ziel im Auge behalten und sich nicht kleinmütig mit Konzepten diesseits des Tellerrandes zufriedengeben.

f.werner@dewezet.de



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