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Mit Freiwilligkeit mehr erreichen

Junge Männer, die als Sanitäter Leben retten, die im Pflegeheim alten Menschen beim Essen helfen, die Menschen mit Behinderungen beim Schulbesuch zur Seite stehen oder die sich auf einer einsamen Insel für den Naturschutz engagieren – sie leisten im Kleinen einen großen Dienst an der Gesellschaft. Dabei sammeln sie Erfahrungen, die oft ihr weiteres Leben positiv prägen. Gerade in Zeiten, in denen immer mehr Menschen sich selbst genügen, ist der Zivildienst eine gute Werbung für soziales Engagement, bei dem die Freude und die Dankbarkeit der Mitmenschen der eigentliche Lohn sind.

veröffentlicht am 03.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:22 Uhr

Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Junge Männer, die als Sanitäter Leben retten, die im Pflegeheim alten Menschen beim Essen helfen, die Menschen mit Behinderungen beim Schulbesuch zur Seite stehen oder die sich auf einer einsamen Insel für den Naturschutz engagieren – sie leisten im Kleinen einen großen Dienst an der Gesellschaft. Dabei sammeln sie Erfahrungen, die oft ihr weiteres Leben positiv prägen. Gerade in Zeiten, in denen immer mehr Menschen sich selbst genügen, ist der Zivildienst eine gute Werbung für soziales Engagement, bei dem die Freude und die Dankbarkeit der Mitmenschen der eigentliche Lohn sind. Keine Frage: Zivildienst ist sinnvoll. Und doch ist er als solcher ein Auslaufmodell.

Denn der Zivildienst ist der Ersatz für alle, die Militärdienst leisten müssten, aber ihr Grundrecht in Anspruch nehmen, keine Waffen tragen oder gar benutzen zu wollen. Das aktuelle Jammern der Wohlfahrtseinrichtungen über eine mögliche Verkürzung der Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes von neun auf sechs Monate ist müßig. Sollen denn die jungen Soldaten möglichst lange bei der Fahne gehalten werden, nur damit sich die Zivildienstleistenden „rentieren“? Das geht natürlich nicht.

Vor allem aber geht es nicht mehr, dass ein großer Teil jedes Jahrgangs ausgemustert wird – der Rekrutenbedarf bei der Bundeswehr ist halt gesunken – und dann weder Kriegs- noch Zivildienst leistet. Ehrlicher wäre es, auf Freiwilligkeit aller zu setzen, sowohl beim Militär wie auch beim zivilen Engagement, bei Männern wie Frauen. Freiwillige soziale, kulturelle oder ökologische Jahre, die es ja bereits gibt, könnten staatlich stärker gefördert werden. Die Kompetenzen, die herangewachsene Jungen und Mädchen in dieser Zeit sammeln, die Chancen der tiefen beruflichen Orientierung, sind Gold wert. So könnte der Verzicht auf den Kriegs- und Zivildienst ein Gewinn sein – für alle!

 

m.fisser@dewezet.de

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