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Kommentar: Der schwere Weg der Vernunft

Von Kerstin Hasewinkel

Hut ab vor dem Mut der SPD – denn jetzt wird ganz bestimmt erst einmal ein Aufschrei durch Salzhemmendorf gehen. Hut ab vor der Mehrheitsgruppe und Udo Stenger, dass alle mitmachen wollen und nicht aus reinem Populismus auf Konfrontationskurs gehen. Die Politiker haben erkannt, dass ein so sensibles Thema nur gemeinsam angefasst werden kann.
 Der Protest ist schon zu erahnen – doch angesichts der sinkenden Schülerzahlen kann niemand mehr die Augen davor verschließen, dass vier Grundschulen einfach zu viel sind. Mehrfach wurde angemahnt, dass ein Gesamtkonzept her müsse – viel Zeit wurde schon planlos vergeudet. Und hinter den Schulmauern brodelt es.
 Man mag es als positiv sehen, dass durch die drohenden Schließungen unter den Schulen eine Art Konkurrenzkampf ausgebrochen ist – doch das ist eigentlich ein unfairer Wettbewerb. Niemand bestreitet, dass es engagierte Eltern und tolle Konzepte gibt. Um die einzelne Schule langfristig zu retten, reicht das aber nicht. Ohne Schüler nützt die beste Schule nichts.
 Es ist absolut verständlich, wenn jetzt wieder Wut und Angst hochkommen; es ist verständlich, wenn jeder seine Schule vor Ort halten möchte, in die er schon so viel Engagement investiert hat. Helfen kann da nur Klarheit.
 Salzhemmendorf ist zu wünschen, dass jetzt Vernunft regiert. Die Idee einer zentralen Grundschule an der KGS ist überdenkenswert; die Vorteile durch vorhandene Busanbindungen, Mensa und das Ganztagsangebot liegen auf der Hand. Und: Keine der bestehenden Schulen müsste sich als Verlierer sehen, weil es auch keinen Sieger gibt – sondern nur eine gemeinsame Suche nach der besten Lösung. Und dieser Weg wird bei einem derart mit Emotionen besetzten Thema schwer genug.
 k.hasewinkel@dewezet.de

veröffentlicht am 21.05.2010 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:31 Uhr



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