weather-image
25°

Ja zur Fusion

Walter Waske ist immer für eine Überraschung gut. Der Holzmindener Landrat galt bislang als vehementer Gegner einer Fusion seines Landkreises. Die Selbstständigkeit gilt Waske im Speziellen wie auch den Holzmindenern im Allgemeinen als hohes politisches Gut – was gut zu verstehen ist. In den vergangenen Jahren war deshalb weseraufwärts immer wieder zu hören, dass man auf das Thema Fusion gar nicht gut zu sprechen war. Dass nun überraschend ein Signal pro Fusion ausgerechnet von Waske gekommen ist, darf als kleine Sensation bezeichnet werden.

veröffentlicht am 14.10.2009 um 16:10 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:02 Uhr

Thomas Thimm

Autor

Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Die CDU/FDP-Landesregierung hegt schon seit langem den Wunsch, größere Einheiten im Lande zu schaffen. Auch Ministerpräsident Christian Wulff ist ein Befürworter größerer Landkreise – in der Staatskanzlei sind Gedankenspiele zum Beispiel bezüglich einer interkommunalen Weserschiene von Nienburg über Rinteln und Hameln bis Holzminden zumindest nicht verboten. Landesweit bieten Wulff & Co. hoch- verschuldeten Kommunen einen Entschuldungspakt an. Hannover wirbt jedoch nicht offen für einzelne Fusionen, da sich Fusionen am besten von unten einleiten lassen. Nur so können dann auch regionale und lokale Befindlichkeiten berücksichtigt werden – und mögliche Animositäten müssen dann auch nicht mehr automatisch zum Stolperstein werden.

Das ist nämlich der Knackpunkt: Wer sich durchringt, zu fusionieren, der kämpft auch immer damit, Selbstständigkeit aufzugeben, ein Stück der Identität zu verlieren. Deshalb sind Fusionen nicht immer nur eine Frage des Kopfes und der Vernunft, sondern auch immer des Herzens und des Gefühls. Eine Annäherung, wie sie sich jetzt zwischen Holzminden und Hameln-Pyrmont anbahnt, ist sehr verletzlich und muss besonders gepflegt werden, wenn etwas draus werden soll. Der erste Schritt ist gemacht, viele weitere werden folgen müssen – am besten gemeinsam zwischen Holzminden und Hameln. Denn eines ist klar: Eine Fusion beider Kreise kann nur Vorteile bringen. Für alle.

t.thimm@dewezet.de

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare