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Entmündigende Tests

Ein tragischer Unfall, dessen Hintergründe noch gar nicht geklärt sind, und schon neigen einzelne Politiker zur Überreaktion, wünschen sich Fahrtauglichkeitstests für Bürger ab 65 Jahren. Für jene Bürger also, die man am liebsten erst mit 69 in die Rente entlassen würde und deren Reaktionsvermögen in der Berufswelt offenbar nicht angezweifelt wird. Ab 70 Jahren sollen diese Tests gar vorgeschrieben sein. Egal, ob diese Autofahrer fit und jahrelang unfallfrei gefahren sind. Egal, wie groß ihre Fahrpraxis ist. Instinktloser können Politiker wohl kaum mit den als mündige Wähler geschätzten Senioren umgehen. Auch wenn die Reaktionsgeschwindigkeit im Alter nachlässt – man kann sie genauso trainieren wie das Gehirn.

veröffentlicht am 22.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 12:56 Uhr

Autor:

Karin Rohr

Ein tragischer Unfall, dessen Hintergründe noch gar nicht geklärt sind, und schon neigen einzelne Politiker zur Überreaktion, wünschen sich Fahrtauglichkeitstests für Bürger ab 65 Jahren. Für jene Bürger also, die man am liebsten erst mit 69 in die Rente entlassen würde und deren Reaktionsvermögen in der Berufswelt offenbar nicht angezweifelt wird. Ab 70 Jahren sollen diese Tests gar vorgeschrieben sein. Egal, ob diese Autofahrer fit und jahrelang unfallfrei gefahren sind. Egal, wie groß ihre Fahrpraxis ist. Instinktloser können Politiker wohl kaum mit den als mündige Wähler geschätzten Senioren umgehen. Auch wenn die Reaktionsgeschwindigkeit im Alter nachlässt – man kann sie genauso trainieren wie das Gehirn. Und oft sind es gerade Jüngere, die ihre Fahrkünste gewaltig überschätzen. Fahrtauglichkeitstests auf freiwilliger Basis – gern. Aber nicht als entmündigende Anordnung.

k.rohr@dewezet.de

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