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Der Arbeitsmarkt bietet 2000 Chancen

Alles spricht von Krise. Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Konsumkrise. Vor allem leiden nach wie vor die exportabhängigen Unternehmen unter der weltweiten Absatzkrise. Heimische Firmen wie Volvo, Lenze, Phoenix Contact, Haworth, Wilkhahn oder Aerzener Maschinenfabrik fahren Kurzarbeit. Andere wie Reintjes in Hameln verlängern ihre Zeitarbeitsverträge nicht. Wieder andere wie Ardagh Glas in Bad Münder gehen radikal vor und reduzieren ihre Stammbelegschaft.

veröffentlicht am 15.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:02 Uhr

Thomas Thimm

Autor

Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Kaum noch eine Branche ist von der Krise unberührt. Selbst die Autoindustrie und deren Zulieferer blicken mit Grausen auf 2010 – das Jahr eins nach der Abwrackprämie und dem damit verbundenen Vorzieh-Effekt in diesem Jahr wird für Industrie und Händler von einem sehr kräftigen Absatzminus begleitet sein. Arbeitslosigkeit und nachlassende Kauflust machen mittlerweile dem Einzelhandel hier und dort zu schaffen. Klar ist: Die Krise ist überall angekommen. Und wirkt sich in strukturschwächeren Regionen wie dem Weserbergland auch stärker aus als in Boom-Regionen. Nach einer Umfrage des Allensbach-Institutes spürt mittlerweile jeder vierte Bundesbürger die Auswirkungen.

Und doch gibt es auch die positiven Lichtblicke: Am Arbeitsmarkt sind im Bezirk Hameln derzeit fast 2000 Stellen unbesetzt. Das bedeutet: Hier bieten sich vielen Arbeitslosen Perspektiven – auch jenen, die in Hartz IV gelandet sind und vielleicht schon mit der Ungerechtigkeit des Schicksals haderten. Der Arbeitsmarkt ist also auch in der Krisenzeit keine Einbahnstraße in eine nur dunkle Zukunft. Gerade im Handwerk und in Pflegeberufen bieten sich in der Krise auch Chancen. Zudem: Gute Mitarbeiter werden immer benötigt, lautet die klare Botschaft aus dem Handwerk im Weserbergland. Und der Mittelstand sieht zumindest ein kleines Lichtlein am Ende des Tunnels. Die Talsohle des konjunkturellen Absturzes scheint vielen bereits erreicht – und dann kann es ja schließlich nur noch aufwärtsgehen. Positiv und deshalb psychologisch wertvoll: Der Pessimismus weicht einem gesunden Selbstvertrauen und einem wiederkehrenden Optimismus. Langsam zwar, aber es dreht sich etwas am Konjunkturmarkt. Die Krise ist noch nicht überwunden – aber die positiven Zeichen wie jene am Arbeitsmarkt geben der Region wieder Hoffnung.

t.thimm@dewezet.de



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