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Absurdes Theater

Auf dem Weg in die Opposition entdeckt die SPD das Sparen. Vier Anträge, um den politischen Betrieb zu verschlanken – das ist mehr als in der gesamten letzten Ratsperiode, in der die Sozialdemokraten zudem in der vorteilhaften Lage gewesen wären, ihre Vorschläge mit eigener Mehrheit umzusetzen. Warum also hat man den Verwaltungsausschuss nicht schon längst verkleinert? Und warum den Rat nicht gleich dazu?

veröffentlicht am 25.10.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:29 Uhr

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Der Antrag ist trotzdem richtig und verdient Beachtung auch bei CDU und Grünen. Im Gegensatz zum überraschenden Vorstoß der Sozialdemokraten, die Ortsvorsteher abzuschaffen. De facto geht es hier um die Amtsenthebung Jobst-Werner Brüggemanns, des einzigen seiner Zunft in Hameln, der zudem beispielhaft demonstriert, wie effizient dörfliche Interessenvertretung funktionieren kann und wie überbesetzt im Vergleich dazu die Ortsräte sind.

In ihrer Regierungszeit hat sich die SPD standhaft geweigert, die Dorfparlamente zu verkleinern, obwohl diese deutlich mehr Geld verschlingen als der Ein-Mann-Betrieb des Ortsvorstehers. Dass die SPD jetzt ausgerechnet die günstigere Alternative einkassieren will und diesen Vorschlag auch noch Sparpolitik tauft – das ist mehr als Ironie der Geschichte. Das ist absurdes Theater.

Hätten die Sozialdemokraten den Vorschlag auch gemacht, wäre Rohrsens Ortsvorsteher ein Genosse? Eben.

f.werner@dewezet.de KOMMENTAR



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