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Überraschende Rolle rückwärts

Es brennt. Der Druck, endlich zu handeln, muss enorm groß sein. Man mache sich bewusst: Eine konservative Landesregierung, die bisher gegen alle Widerstände strikt am dreigliedrigen Schulsystem festgehalten hat, entschließt sich plötzlich für eine – zumindest für Niedersachsen – spektakuläre Rolle rückwärts. Dabei haben die Politiker keine Hemmungen, ein Modell, das frappierende Ähnlichkeit mit der viel gescholtenen Orientierungsstufe hat, wieder aus der Schublade zu holen. Dahinter steht jedoch nicht der Mut zu einem Wandel aufgrund von schulpolitischer Einsicht, als vielmehr die Konsequenzen der demografischen Entwicklung im Lande. Dazu kommt die zunehmende Unlust, die Kosten für die Lehrerbedarfe an den Hauptschulen abzudecken. Klassengrößen mit einstelligen Schülerzahlen sind dort keine Seltenheit mehr. Es rächt sich, dass man den großen Imageschaden der Hauptschule über lange Zeit für reparabel gehalten hat, und die Notwendigkeit, jene zu erhalten, immer aufs Neue beschwor. Dass der Run auf das Gymnasium noch größer wird, ist zu erwarten. Deshalb ist es wichtig, nicht nur populistische Akzente zu setzen, sondern gleich Nägel mit Köpfen zu machen und die Hauptschule gleich ganz zu integrieren anstatt in ein oder zwei Jahren. Denn das ist für Schüler, Lehrer und Eltern das Ärgerlichste: dieses ewige Hin und Her.

veröffentlicht am 09.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:42 Uhr

Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite

d.balzereit@dewezet.de



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