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Gold und Bronze: 14-jährige Bogenschützin überrascht bei ihren ersten Landesmeisterschaften selbst ihren Trainer

Mit Pfeil und Bogen: Madita macht’s wie Robin Hood

veröffentlicht am 15.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 21:47 Uhr

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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Auf ihr inneres Navigationssystem ist Verlass. Madita Schmidt ist mit Pfeil und Bogen ein Naturtalent. Im Februar dieses Jahres nahm die 14-jährige Schülerin der Theodor-Heuss-Realschule zum ersten Mal überhaupt an der Landesmeisterschaft teil – und holte in ihrer Altersklasse überraschend Gold. „Dass ich gewinne, war unfassbar“, sagt Madita. Damit hatte sie nicht gerechnet – und ihr Trainer Olaf Lippek auch nicht. Für ihn war der erste Platz damals „eine Sensation“, denn seine junge Bogenschützin, deren Talent erst vor etwas mehr als einem Jahr bei einem Schnupperkurs für Schüler durch Zufall entdeckt wurde, stellte nebenbei mit 514 Ringen noch eine persönliche Bestleistung auf. Dafür bekam Madita eine silberne 500er-Nadel, auf die sie sehr stolz ist: „Das ist jetzt mein Glücksbringer.“

Die Quereinsteigerin mit dem ruhigen Händchen war nicht nur in der Halle erfolgreich, auch bei der Landesmeisterschaft unter freiem Himmel lief es richtig gut. Im Match um die Bronzemedaille bewies die Nachwuchsschützin, wie nervenstark sie ist. In einem dramatischen Wettkampf gegen Sara Stottmeyer vom TuS Helmstedt sicherte sie sich erst mit dem letzten geschossenen Pfeil die Bronzemedaille. Nach der Qualifikationsrunde war Madita als Zweite noch auf Silberkurs, doch nach dem Achtstunden-Wettkampf war sie stehend k.o. und „so müde, dass ich mich nicht mehr richtig konzentrieren konnte“. Lampenfieber ist für die 14-Jährige ein Fremdwort: „Ich bin eigentlich immer total relaxed.“ Ihr Erfolgsgeheimnis: „Ich setze mich nicht selbst unter Druck, sondern schieße einfach.“ Das Prozedere ist immer gleich: Sie atmet ein, sie atmet aus. Sie spannt den Bogen, zielt und lässt los. Dann zischt’s – und nur einen Wimpernschlag später bohrt sich der Pfeil in die Scheibe. Das hört sich einfach an, ist es aber nicht. Um sich fit zu halten, geht Madita in ihrer Freizeit gerne klettern, „weil man dabei alle Muskeln trainiert“. Maditas Vorbild ist nicht Robin Hood oder irgendein Profisportler, sondern Tünderns Kaderschützin Sara Stolte: „Sie gibt mir im Training oft Tipps, was ich noch besser machen kann“, sagt Madita, die sich für die Zukunft noch ehrgeizigere Ziele gesetzt hat. Sie will auch im nächsten Jahr bei den Landesmeisterschaften in der Halle und draußen wieder um eine Medaille kämpfen und versuchen, ihren Titel zu verteidigen. Außerdem will sie sich noch einen Traum erfüllen: Mindestens einmal bei einer Deutschen Meisterschaft dabei zu sein…



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