weather-image
12°

Backstage mit Barbara

Lieber Sportler als Madonna

Sie ist da – zur Sportgala. Moderatorin Barbara Schöneberger, die auch singt und der Star des Abends ist. Ein Besuch backstage.

veröffentlicht am 10.02.2019 um 17:50 Uhr

Moderatorin Barbara Schöneberger trägt bei der Sportgala ein Kleid von Designerin Mary Katrantzou. Foto: Dana

Autor:

Karen Klages und Moritz Muschik
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Es ist 15 Uhr als Barbara Schöneberger vor der Rattenfänger-Halle aus dem Auto steigt – in Jumpsuit und mit Skijacke. Mit dem Zug ist sie zuvor von Hamburg nach Hannover gereist. Fast immer sitzt sie im Bordbistro; erkannt wird sie kaum. „Klar, fragt schon mal jemand: Möchten sie noch einen Kaffee, Frau Schöneberger?“ – sonst genießt sie im Zug ihre Ruhe. Kaffee ist dann auch das erste, was Schöneberger und ihr Team (mit dabei sind ihr Visagist, ihre Managerin und ihr künstlerischer Leiter) sich in ihre Garderobe bestellen. Ihren To-Go-Becher aus Porzellan hat sie selbst mitgebracht. Die erste Besprechung steht an, dann der Soundcheck. Während sie ihre Songs und den Ablauf probt, beißt die Moderatorin in einen Apfel. Lange vorbereiten auf die Show muss sie sich nicht – das möchte sie gar nicht. „Lieber möchte ich mich von meinem menschlichen Interesse leiten lassen.“ Am Freitag, den Abend vor der Sportgala, als Herbert Grönemeyer zu Gast in der von ihr moderierten NDR-Talkshow war, habe sie im Vorfeld überhaupt nicht mit ihm gesprochen – in dem Augenblick, als er neben ihr saß, allerdings 80 000 Fragen gehabt. „Ich hätte noch stundenlang mit ihm quatschen können.“

Freitag NDR-Talkshow mit Grönemeyer – Samstag Sportgala in Hameln. „Das Tolle an meinem Job ist, dass ich jeden Tag irgendwo bin, wo ich nie gedacht hätte, dass ich da mal hinkomme“, sagt die Moderatorin und gibt zu: „Hätte man mich jemals gefragt, hätte ich mich eher in Hameln gesehen, als zusammen mit Herbert Grönemeyer.“ Der ist, wie auch Thomas Gottschalk, in ihren Augen ein Promi – sie selbst sieht sich eher weniger als prominent an.

Es geht in die Maske. Visagist Matthias Klemenz begleitet Barbara Schöneberger seit 20 Jahren. Neben Klemenz wird ihr Kollege Thomas Hermanns im März bei ihrer Tour dabei sein. „Er war auch bei meiner Hochzeit. Richtig befreundet bin ich sonst mit niemandem aus der Branche.“ Kennen tut sie hingegen alle. Gottschalk und Günther Jauch waren auch schon mal bei Schöneberger zuhause. Letzteren kündigte Barbaras Haushaltshilfe mit den Worten „Barbara, der Millionär ist da“ an. „Das hätte auf Thomas Gottschalk allerdings auch gepasst“, schmunzelt Schöneberger.

Barbara begutachtet ihren Pappaufsteller und signiert ihn. Foto: Dana

Neben einem Dinner mit Barack Obama träumt die Moderatorin von einem Treffen mit Sting – gesehen hat sie ihn schon mal bei einer Preisverleihung, in der Garderobe später allerdings verpasst. „Ich habe dann mit dem Manager Schampus getrunken.“

Morgens noch Hamburg, nachmittags in Hameln, nach der Show zurück nach Berlin zu ihrer Familie. Die Mutter zweier Kinder weiß die Vorteile ihres Jobs zu schätzen: „Ich glaube, dass es in meinem Job viel einfacher ist als in anderen. Ich kann mir alles so legen, wie ich will. Es kommen zehn Leute aus Hamburg nach Berlin, ich mache alle Meetings bei mir zuhause.“ Eine größere Herausforderung, so sagt sie, sei es, morgens um 8 Uhr im Büro sein zu müssen und dort bis 18 Uhr zu bleiben.

Während sich die Halle mit Menschen füllt, schlüpft Barbara in ihr Kleid. Ein roter Paillettentraum von Designerin Mary Katrantzou. Die Pumps sind hoch, „aber das geht noch.“ Vor dem Auftritt noch mal die Frisur richten – und ab auf die Bühne. Dort weiß sie, was sie machen muss. Nervosität kennt die 44-Jährige nicht. Wichtig sei, die Stimmung für den Moment zu haben. „Es ist völlig egal, wer da draußen sitzt, ich muss es machen. Es gibt kein schlechtes Publikum.“ Ihre Aufgabe: Diejenigen strahlen zu lassen, um die es an dem Abend geht. „Du musst das so machen, dass alle hinterher das Gefühl haben, sie sind dabei gut weggekommen.“

Auf die Sportler, die sie noch nie vorher gesehen hat, freut sie sich an diesem Abend in Hameln ganz besonders. „Viel spannender und lustiger sind Interviews mit Leuten, die nicht schon vor anderen tausend Mikrofonen gestanden haben. Mich mit Madonna zu unterhalten, stelle ich mir als das absolut Schrecklichste auf der Welt vor, weil sie ja schon jede Frage gestellt bekommen hat“, erklärt die Moderatorin. Auch in ihrer Talkshow sei sie immer eher interessiert an Leuten, die nicht prominent sind.

Angst, dass das Mikro ausfällt oder sonst etwas passiert, hat sie nicht. „Das ist eher ne Chance, was draus zu machen. Dadurch entsteht Komik.“ Viel schief gelaufen ist bei der Sportgala nicht – viel gelacht wurde auch so.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt