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Ehrenpreis für Trainer Hans-Jörg Sehrbrock

Hart – aber herzlich: Ein „echter Westfale“

veröffentlicht am 06.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 08:55 Uhr

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Autor

Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Das Ende einer Ära: „Yogi“ sagt Tschüs – so stand es am 24. September 2011 in großen Lettern im Sportteil unserer Zeitung. Nach fast 25 Jahren hat sich Hans-Jörg Sehrbrock dazu entschlossen, als Cheftrainer des RV Weser aufzuhören und sein Amt in jüngere Hände zu übergeben: „Es ist für mich der Zeitpunkt gekommen, zu gehen.“

Als Sehrbrock, der von seinen Freunden nur „Yogi“ genannt wird, erfuhr, dass er im Rahmen der Sportgala der Dewezet und Sparkasse Weserbergland mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet wird, lief ihm ein kalter Schauer über den Rücken. Denn damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet. Der 55-Jährige ist ein Trainer-Urgestein. Deutschlandweit zählt der Erfolgscoach zu den besten seiner Zunft. „Er ist ein Meistertrainer, der in seinem Verein seit über 25 Jahren einen fantastischen Job macht. Er hat ein Händchen für Talente“, stellte Friedrich-Wilhelm Kaup, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Weserbergland, in der Laudatio heraus. Die von Sehrbrock entdeckten und ausgebildeten Ruderer errangen unzählige Landesmeistertitel, waren bei Deutschen Meisterschaften überaus erfolgreich und triumphierten sogar siebenmal bei Weltmeisterschaften. Zwei von ihnen, Jan-Martin Bröer und Michael Ruhe, schafften 2004 sogar den Sprung zu den Olympischen Spielen in Athen. Das ist kaum noch zu toppen. Keine Frage: Der Chefcoach hat zusammen mit seinem Trainerstab beim Hamelner Traditionsverein Maßstäbe gesetzt und Rekorde für die Ewigkeit aufgestellt. Fast 1700 Siege sprechen für sich. Hart – aber herzlich. So beschreiben Bröer & Co. ihren langjährigen Cheftrainer, der aufgrund seiner Verdienste zum Ehrenmitglied seines Vereins ernannt wurde. Und was ist sein Erfolgsgeheimnis? „Ich war immer mit Herzblut dabei“, verriet er kürzlich in einem großen Dewezet-Interview, fügte aber auch offen und ehrlich hinzu: „Die Erfolge sind nicht allein auf meinem Mist gewachsen.“ Der Diplom-Volkswirt, der 1986 aus beruflichen Gründen nach Hameln kam, ist als gebürtiger Dortmunder ein echter Westfale. Und die gelten als zuverlässig, ehrlich, treu und fleißig. Alles Eigenschaften, die auch Sehrbrock auszeichnen. Westfalen besitzen zudem einen trockenen Humor – und verstehen auch meisterlich zu feiern. Wenn es am schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören. Schließlich gibt es auch noch ein Leben nach dem Sport. Sehrbrock hat jetzt mehr Zeit für seine Frau Gisela und sein ebenfalls rekordverdächtiges Hobby: Er sammelt Bierdeckel. Über 130 000 aus mehr als 170 Ländern hat er schon.

Ehrenpreis für Trainer Hans-Jörg Sehrbrock: „Yogi“ hat beim RV Weser Maßstäbe gesetzt.



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