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Der Höhepunkt der Saison feiert heute Abend zehnten Geburtstag

Die Sportgala – wie alles begann

veröffentlicht am 08.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 15.11.2016 um 15:41 Uhr

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Autor:

von Hans-Jürgen Kroggel

Der Anruf in der Sportredaktion erreichte mich an einem sonnigen Januartag des Jahres 2004. Am Telefon: Günter Evert, der damalige Verlagsleiter und spätere Geschäftsführer der Deister- und Weserzeitung. Er bat mich, in sein Büro zu kommen. „Was halten Sie davon“, fragte mich Evert, ,,wenn wir mal so ein richtig großes Fest für die Sportlerinnen und Sportler auf die Beine stellen. So eine Art Ball des Sports.“ Ich musste nicht lange überlegen, war sofort „Feuer und Flamme“ und hellauf begeistert von dieser genialen Idee, die auch mir und meinen Kollegen in der Sportredaktion schon in den 1990er Jahren so manches Mal durch den Kopf geschossen war. Doch sie wurde niemals in die Tat umgesetzt. Warum auch immer.

Mit Evert war im Oktober 2003 ein sportbegeisterter Verlagsmanager zur Dewezet gekommen. Der ehemalige Fußballer des TSV Havelse, der 1993 im Pokalspiel gegen den Karlsruher SC beinahe ein Tor gegen den späteren Nationalkeeper Oliver Kahn erzielt hätte, setzte wenige Tage nach unserem Gespräch den Countdown für die 1. Hamelner Sportgala in Gang. Es war für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eine Mammutaufgabe – ein spektakuläres Projekt, das es in dieser Form und Größe im Weserbergland noch nicht gegeben hatte.

Etwas Neues, etwas Besonderes schaffen, das war das eine Leitmotiv. Dass die Leistungen der Athletinnen und Athleten mit einer Veranstaltung in einem festlichen Ambiente zum Ausdruck gebracht werden müssten, das Zweite. Für die Planung hatten wir genau ein Jahr Zeit. Ein Termin für das Hoch-Fest des Hamelner Sports in der Rattenfängerhalle war schnell gefunden: es sollte am 5. Januar 2005 über die Bühne gehen. Und es wurde in der Tat eine rauschende Ballnacht - zwar mit kleinen organisatorischen Pannen, aber die bemerkten die wenigsten der über 1000 begeisterten Besucher. Für den guten Ton sorgte die Showband „Sunrise“, auch im zur Disco umfunktionierten Spiegelsaal ging es hoch her. Unter den erwartungsfrohen Ballgästen wurde jede Menge Prominenz gesichtet.

Als Moderator für die Sportgala-Premiere hatte ich den bekannten NDR-Rundfunkreporter Helmut Müller verpflichtet. Es war, zugegeben, nicht gerade ein Glücksgriff. Sein unaufhörlicher Redeschwall brachte den zeitlich eng gesteckten Regieplan derart durcheinander, dass das mitternächtliche Erscheinen der Ballzeitung akut gefährdet war. Umso schweigsamer war des Reporters blonde Assistentin. Eine 22 Jahre junge Schönheit, die zur „Miss Hameln“ gewählt worden war. Apropos Schönheit: „Zaubereien mit Stoff und Licht – eine Sporthalle wird zum Ballsaal“. Mit diesen Worten überschrieb Redakteurin Karin Rohr ihren Artikel in der ersten Ballzeitung. Und in der Tat: Techniker und Dekorateure schufen das perfekte Ambiente für die Gala. Verantwortlich dafür war Uwe Kaschel aus Stadthagen, ein Spezialist für Deko-Service und Events. Während es für Müller und die Schönheitskönigin ein einmaliger Auftritt war, begeisterten die Ideen des Schaumburgers auch in den Folgejahren. Champagner war im Übrigen bei der 1. Gala die beherrschende Farbe des Ballsaales, für dessen glamouröse Ausstattung drei Kilometer (!) Stoff benötigt wurden. Passend zum Look hatte Blumen-Ehlerding den floralen Schmuck ausgesucht: Ein Meer aus cremefarbenen Rosen. Nicht nur Kaschel ist dem Ball-Event treu geblieben, auch Peter Ehlerding und sein Team zeigen Jahr für Jahr, zu welchen Höchstleistungen sie fähig sind.

Wichtigster Dewezet-Partner der Sportgala indes war von Anfang an die Sparkasse Weserbergland. Dessen Vorstandsvorsitzender Friedrich-Wilhelm Kaup sagte bei der Premiere: „Diese Gala ehrt Sportler-Persönlichkeiten und engagierte Helferinnen und Helfer unserer Region als Vorbilder für junge Menschen. Ziel ist es, durch diese Beispiele den Nachwuchs zu begeistern und zum Nacheifern anzuregen.“ Das ist perfekt gelungen. Und so standen sie schon bei der Auftakt-Gala im gleißenden Rampenlicht, die besten Athletinnen und Athleten Hameln-Pyrmonts. Als ersten Sportler des Jahres umjubelten die Ballbesucher den Weltklasseruderer Michael Ruhe vom RV Weser Hameln. Hinter dem Leichtathleten Volker Peitzmeier (VfL Hameln) landete der damals 16-jährige und inzwischen bis in die absolute Weltspitze aufgestiegene Tischtennisstar Dimitrij Ovtcharov (Tündern) auf Platz drei. Bei den Sportlerinnen machte die Leichtathletin Silke Rauchberger (VfL Hameln) das Rennen. Bei den Mannschaften triumphierte die 4 x 100-m-Staffel der LG Weserbergland in der Besetzung Nicole Müller, Nina Giebel, Silke Rauchberger und Michaela Halm. Bei den Ehrenamtlichen war Hamelns „Mister Basketball“ Heinrich Lassel (VfL Hameln) nicht zu schlagen. Gewählt wurden die Sportler des Jahres von den Leserinnen und Lesern der Dewezet und Pyrmonter Nachrichten, die 4270 Stimmkarten abgegeben hatten. Bei der 9. Sportgala waren es schon über 22 000! Ein traumhafter Rekord, der in diesem Jahr sogar noch einmal überboten wurde.

Hameln. Sportler im Scheinwerferlicht – heute Abend erstrahlt die Rattenfängerhalle wieder im Glanz der Sportgala. Der Höhepunkt der Saison feiert gleichzeitig seinen zehnten Geburtstag. Wie alles begann? Der ehemalige Dewezet-Sportchef Hans-Jürgen Kroggel erinnert sich.



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