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Umzug in die Rattenfängerhalle macht’s möglich: HF Springe knacken erstmals 1000-Zuschauer-Marke

Zweitligareife Kulisse

Hameln/Springe. Der Umzug in die Rattenfängerhalle macht’s möglich: Die Handballfreunde Springe haben beim Zweitliga-Heimspiel gegen GWD Minden (30:32) erstmals die 1000-Zuschauer-Marke geknackt. Ein Lichtblick, denn bisher blieb das Zuschauerinteresse hinter den Erwartungen zurück.

veröffentlicht am 27.10.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:25 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

Eine große Zuschauerkulisse, super Stimmung und ein bis zum Schluss spannendes Spiel: Am Sonntag wurden bei einigen Hamelner Handballfans bestimmt Erinnerungen an die alten Bundesliga-Zeiten des VfL wach. Doch diesmal spielte nicht wie früher der VfL in der Rattenfängerhalle gegen den ehemaligen deutschen Meister, Pokalsieger und Europapokalsieger GWD Minden, sondern die Handballfreunde Springe.

Und die knackten bei der knappen 30:32-Niederlage gegen den Zweitliga-Tabellenführer erstmals in der Vereinsgeschichte die 1000-Zuschauer-Marke. Quasi im zweiten Versuch. Zum ersten Heimspiel der Springer in Hameln (21:34 gegen Nordhorn) kamen „nur“ 703 zahlende Zuschauer in die Rattenfängerhalle, diesmal waren es laut Statistik genau 1084.

Unter ihnen waren auch einige wenige Hamelner, die offenbar ein Problem damit haben, dass die Springer einige Heimspiele in der Rattenfängerhalle austragen. Ihre Sprechchöre („Hier regiert der VfL!“) waren während des Spiels jedenfalls nicht zu überhören, verhallten aber auch schnell wieder.

Den Handballfreunden dürfte das egal sein, denn ihnen bleibt quasi nichts anderes übrig, als bei Heimspielen, zu denen eine große Zuschauerkulisse erwartet wird, in die bis zu 1800 Zuschauer fassende Rattenfängerhalle umzuziehen. Denn die Sporthalle in Springe, in die maximal 678 Zuschauer passen, ist für Topspiele wie gegen GWD Minden zu klein. Und weil es in Hameln und Umgebung ein handballbegeistertes Publikum gibt, erhoffen sich die Handballfreunde auch mehr Zuschauer als in Springe. Und die hat der Zweitliga-Aufsteiger auch bitter nötig, denn bislang kamen insgesamt nur 4196 Zuschauer zu den sieben Heimspielen – das sind im Durschnitt gerade einmal 599. Damit belegen die HF Springe als Tabellen-19. (5:19 Pkt.) auch in der Zuschauerstatistik der zweiten Liga den 19. Platz von 21 Teams. Aber auch nur, weil der VfL Eintracht Hagen (insgesamt 4133 Zuschauer/689 pro Spiel) ein Heimspiel weniger absolviert hat als Springe. Schlechter besucht als die Heimspiele der Handballfreunde sind nur die Partien des SV Henstedt-Ulzburg, der im Schnitt gerade einmal 475 Karten verkauft. Zum Vergleich: Zu den sechs Heimspielen des Zweitliga-Zweiten HC Erlangen kamen insgesamt 16 687 Zuschauer, also im Schnitt 2781. Davor können die Handballfreunde nur träumen. Zum Heimspiel gegen Eintracht Hagen kamen gerade einmal 412 – Minusrekord.

Dass die HF Springe in ihrer ersten Zweitliga-Saison gegen den Abstieg spielen, war klar. Aber mit so einem geringen Zuschauerinteresse hatte Manager Dennis Melching trotzdem nicht gerechnet. Melching ging vor Saisonbeginn davon aus, dass wenigstens 600 bis 650 Zuschauer in die Halle kommen, um Zweitliga-Handball zu sehen. Das war bisher aber nur bei den beiden Heimspielen in Hameln der Fall, in Springe waren es dagegen im Schnitt weniger als 500. In Hameln ist im Vergleich zu Springe das Zuschauerpotenzial mindestens doppelt so hoch. Das weiß auch Springes Mäzen Klaus-Peter Othmer. Für ihn sind die 2000 Euro Miete pro Spiel, die die Springer für die Rattenfängerhalle zahlen müssen, „eine Investition in die Zukunft“, wie er kürzlich in einem Zeitungsinterview sagte. „Wir gehen auch aus wirtschaftlichen Gründen nach Hameln, weil wir dadurch wichtige Sponsoren gewinnen, die sonst nicht kommen.“ Und die brauchen die Handballfreunde, wenn sie sich in der 2. Bundesliga etablieren wollen. Der Tabellen-16. Empor Rostock, für den es ebenfalls nur um den Klassenerhalt geht, plant zum Beispiel mit einem Saisonetat von 1,2 Millionen Euro. Das ist etwa doppelt so viel, wie den Springern zur Verfügung steht. mit jab



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