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Lizenzierungsverfahren: Frist für Widerspruch abgelaufen – Springes Abstieg ist besiegelt

Zweitliga-Aus für die Handballfreunde

Springe. Erst war es nur ein Gerücht, jetzt ist es die bittere Wahrheit: Der Abstieg der HF Springe aus der 2. Handball-Bundesliga ist vorzeitig besiegelt. Sportlich ist der Klassenerhalt zwar noch möglich, aber weil die Springer beim Lizenzierungsverfahren eine Frist versäumten, ist das Zweitliga-Aus besiegelt.

veröffentlicht am 28.04.2016 um 19:03 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:16 Uhr

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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Das war’s. Und zwar endgültig. Das Zweitliga-Aus der HF Springe ist bereits fünf Spieltage vor Saisonende besiegelt. Selbst wenn die Handballfreunde, die nach dem 26:22-Heimsieg am vergangenen Sonntag gegen den TV 1893 Neuhausen als Tabellen-16. erstmals auf einem Nicht-Abstiegsplatz stehen und am Freitagabend (20 Uhr) in Ludwigsburg gegen die SG BBM Bietigheim spielen, den Klassenerhalt sportlich schaffen sollten.

Der Grund: Die HF Springe haben gegen den Entzug der Lizenz für die kommende Zweitliga-Saison nicht das Schiedsgericht der Handball-Bundesliga angerufen. Das bestätigte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann gegenüber der Dewezet: „Uns liegt zumindest kein Widerspruch vor und die entsprechende Frist ist inzwischen abgelaufen.“ Im Klartext: Die Handballfreunde steigen endgültig ab. Springe ist damit der zweite Absteiger der laufenden Saison, denn zuvor hatte bereits der aktuelle Tabellenletzte SV Henstedt-Ulzburg seinen Rückzug in die dritte Liga angekündigt und von vornherein keine Lizenz für die zweite Liga beantragt. Auch der HC Empor Rostock, der bis zum 4. Mai die Auflagen der HBL erfüllen muss, bangt noch um seine Lizenz. Das Zweitliga-Aus der Handballfreunde am grünen Tisch gab zunächst Rätsel auf, weil sich Manager Dennis Melching zunächst nicht konkret zum „schwebenden Verfahren“ äußern wollte. Nur soviel: „Das klärt unser Anwalt.“ Melching machte aber keinen Hehl daraus, dass die HF Springe „auf jeden Fall“ auch nächste Saison gerne in der zweiten Liga spielen würden, sofern sie den Klassenerhalt schaffen und die Lizenz bekommen sollten. Sportlich sieht es gut aus, denn trotz der miserablen Hinrunde könnten die Springer, die wie Phönix aus der Asche stiegen und als Aufsteiger in der Rückrunde unglaubliche 19:11 Punkte holten, den nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt aus eigener Kraft noch schaffen. Aber von der Lizenzierungskommission wurde diese den HF Springe – wie die HBL am 15. April in einer Presseerklärung mitteilte – verweigert, weil die Unterlagen zum Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nicht vorgelegt wurden. Dagegen haben die Springer zwar Beschwerde eingelegt, die aber durch das Ligapräsidium abgewiesen wurde. Der Verein hätte noch das Schiedsgericht anrufen können. Innerhalb der Sieben-Tage-Frist wurde aber kein Widerspruch eingelegt. Die Frage ist: warum?

Diesbezüglich blieb Manager Dennis Melching zunächst eine Antwort schuldig. Licht ins Dunkel kam erst am Donnerstagabend, als der Verein eine Presseerklärung veröffentlichte und die Entscheidung, auf die Anrufung des Schiedsgerichtes zu verzichten, begründete.

Enttäuscht: Springes Manager Dennis Melching bestätigt das Zweitliga-Aus der Handballfreunde.

Der Lizenzantrag sei zwar fristgemäß eingereicht worden, aber bei den dazugehörigen Anlagen fehlten aus internen Gründen die Nachweise zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Die fehlenden Unterlagen wurden zur Präsidiumssitzung der HBL nachgereicht – aber zu spät. Die Frist war zu diesem Zeitpunkt schon abgelaufen. „Sicherlich ist das Fristversäumnis unser Fehler“, gab Melching zu. Allerdings sei für ihn die Entscheidung und die strikte Haltung der HBL unverständlich: „Hier soll wohl auf Kosten eines kleinen Vereins ein Exempel statuiert werden.“ Die Springer Handball GmbH und die HF Springe als Lizenznehmer seien wirtschaftlich gut aufgestellt und hätten einer Lizenzprüfung problemlos standgehalten.

In der neuen Saison werden die HF Springe in der 3. Liga antreten. Das Saisonziel ist laut Melching der direkte Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga: „Jetzt gilt es gemeinsam die Ärmel hochzukrempeln, nach dem Motto: Jetzt erst recht!“



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