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Aus Angst vor Schlägerei – SG Börry alarmiert nach dem Spiel gegen den TC Hameln die Polizei

„Zum Glück ist nichts passiert“

Börry. In der 2. Fußball-Kreisklasse (Staffel 2) kam es nach der hitzigen Partie zwischen der SG Börry/Latferde und dem TC Hameln (3:3) fast zum Eklat. Wie Börrys Trainer Bernd Wollborn bestätigte, wurde nach dem Spiel die Polizei alarmiert, weil sich einer seiner Spieler von mehreren Personen bedroht fühlte.

veröffentlicht am 29.04.2016 um 13:01 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:15 Uhr

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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Diese hätten nach dem Spiel über eine Stunde auf dem Parkplatz gewartet hätten, dass er aus der Kabine kommt. Angeblich um ihm „auf die Fresse zu hauen“, so Wollborn. Bei den Personen soll es sich nach Angaben der Polizei angeblich um mehrere Spieler des TC Hameln gehandelt haben. Die waren aber schon weg, als die Polzei vor Ort war.

Auch TC-Trainer Mirko Magritz war zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr da: „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass einer meiner Spieler handgreiflich geworden ist.“ Magritz gab aber zu, dass nach dem Schlusspfiff die Situation fast eskaliert wäre.

Was war passiert? Eigentlich sah der um den Klassenerhalt kämpfende TC, der durch die Tore von Lars Koltscynski (54.), Sevkan Bekler (65.) und Jwan Mohammad (70.) bereits mit 3:0 führte, schon wie der sichere Sieger aus. Aber nach dem Platzverweis für einen Hamelner, der in der 73. Minute wegen Nachtretens Rot sah, startete Börry eine furiose Aufholjagd. Nach einem Doppelpack von Marco Duttmann (79./83) verwandelte Dominik Grunow (90.) in der Schlussminute einen Strafstoß zum 3:3-Endstand, nachdem der TC unmittelbar zuvor einen zweiten Platzverweis (Gelb-Rot) kassierte.

„Eigentlich hätte der TC gewinnen müssen“, sagte Wollborn, denn die Hamelner, die zurzeit Tabellenletzter sind und im Kampf um den Klassenerhalt jeden Punkt gut gebrauchen können, „waren klar besser als wir“. Die Partie ist laut Wollborn mit zunehmendem Spielverlauf immer härter und hitziger geworden. Schon auf dem Rasen habe es zwischen den Spielern beider Teams Streitigkeiten und üble Beschimpfungen gegeben. Unter anderem sollen die Worte „Hurensohn“ und „Kanacke“ gefallen sein. Auch Zuschauer sollen herumgepöbelt haben. „Das war erschreckend. So etwas habe ich als Trainer schon lange nicht mehr erlebt. Zum Glück ist nichts passiert“, sagt Wollborn, der auf Hamelns Trainer nicht gut zu sprechen war. Der habe durch seine Äußerung, dass die Spieler ihre Streitigkeiten in ihrer Freizeit und nicht auf dem Fußballplatz regeln sollen, zusätzlich Öl ins Feuer gegossen, statt zu schlichten. „So etwas geht einfach nicht. Darüber werde ich mit dem TC-Vorsitzenden Wolfgang Kurbjuhn noch sprechen.“

Magritz gab gegenüber der Dewezet zu, dass er im Eifer des Gefechtes eine „blöde Bemerkung“ gemacht habe, als er versucht habe, eine Schlägerei zu verhindern: „Ich wollte die Streithähne trennen und meine Jungs so schnell wie möglich vom Platz holen.“ Denn nach dem Sportgruß drohte laut Magritz die Situation zu eskalieren, weil sich einer seiner Spieler, der seine Emotionen offenbar nicht im Griff hatte, mit Börrys Kapitän „kloppen wollte“. Das habe er zum Glück gerade noch verhindern können.

Tim Hartung, Sprecher des Hamelner Turnclubs, kündigt Konsequenzen an: „So ein Verhalten werden wir beim TC Hameln nicht tolerieren und werden unsere Konsequenzen daraus ziehen. Hiermit möchte ich mich für die Vorfälle nach dem gestrigen Spiel bei der SG Börry/Latferde entschuldigen“, so Hartung. „Leid tut es mir für die Spieler, die sich mit dem Verein identifizieren und eigentlich nur Bock auf Fußball haben. Obwohl die nichts damit zu tun haben, werden sie damit in Verbindung gebracht, da sie ja beim TC Hameln spielen. Ich kann nur hoffen, dass genau diese Spieler auch weiterhin beim TC bleiben wollen und wir gemeinsam einen Neustart hinbekommen.“

Wie es der Zufall so will, spielt die SG Börry/Latferde am Samstag (16 Uhr) ausgerechnet in Hameln auf dem Rasenplatz des TC an der Breslauer Allee. Allerdings nicht gegen den TC, sondern FC Viktoria, der dort ebenfalls seine Heimspiele austrägt. „Ich habe schon ein bisschen Angst, dass die Leute, die am Donnerstagabend auf dem Parkplatz auf uns gewartet haben, wieder da sind“, gibt Wollborn zu. „Aber ich hoffe, dass bis dahin alle wieder zur Vernunft gekommen sind.“ Schließlich gehe es doch nur um Fußball.



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