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40 Jahre Kreisliga: Bei acht ehemaligen Kreisliga-Vereinen rollt der Ball schon lange nicht mehr

Wo sind sie geblieben?

Schön war die Zeit. Denn einst zählten sie zu den Gründungsvereinen der Kreisliga, erlebten tolle Zeiten, jubelten bei Meisterschaften oder waren bei Abstiegen zu Tode betrübt. Im Teil 3 unserer Serie „40 Jahre Kreisliga“ erinnern wir an ehemalige Kreisliga-Vereine, bei denen der Ball längst nicht mehr rollt.

veröffentlicht am 23.02.2019 um 07:09 Uhr

Bitterer Abgang – der SC Börry stieg 1983 in die Bezirksklasse auf, spielte 26 Jahre in der Kreisliga und ist heute nur noch ein Relikt vergangener Zeiten. Foto: SC Börry/PR
Klaus Frye

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Klaus Frye Sportreporter zur Autorenseite
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Heute liegt das runde Leder beim SC Börry, bei den Sportfreunden Amelgatzen, beim SC Diedersen und dem MTV Friesen Bakede verstaubt im Schrank, die Trikots vergilbt daneben. Wenn sich die Fußballgrößen der großen Zeit mal wieder treffen und in Erinnerungen schwelgen, sind sie sich einig: „Es war eine schöne Zeit.“ Vor allem beim SC Börry, der Hameln-Pyrmonts höchste Spielklasse als Dauerbrenner immerhin 26 Jahre aufmischte. Die „Börry-Buben“ holten sich 1982/83 unter Trainer Werner Brachmann den Meistertitel und mischten danach zwei Jahre die Bezirksklasse auf. Dazu fuhren sie einmal als Vize und sechsmal als Dritter ein – eine sehenswerte Bilanz. Doch in der Saison 2014/15 folgte der Abstieg, zwei Jahre später das endgültige Aus.

Amelgatzen lässt sich auch mal als Herbstmeister feiern

Bei den SF Amelgatzen wurde das Kapitel Kreisliga bereits nach der dritten Saison zugeschlagen. Doch in der kurzen Ära durften sie sich in der Saison 1980/81 immerhin als inoffizieller Herbstmeister feiern lassen. Da war Friedrich-Wilhelm Sievers, der zuvor für die damaligen Amateuroberligisten SpVgg. Bad Pyrmont und Preußen Hameln 07 auf Norddeutschlands Plätzen stürmte, zu seinem Stammverein zurückgekehrt. Gemeinsam mit Wolfgang Below, der in den drei Ligajahren mit 79 Toren herausragte, stellte „Bur“ nun die Abwehrreihen der Kreisligisten vor Probleme. Doch der Höhenflug an der Emmer hielt nicht lange an. Schon in der Rückrunde verabschiedeten sich die Sportfreunde ins Niemandsland der Tabelle, ein Jahr später folgte der Abstieg in die 1. Kreisklasse. Seit der Spielzeit 2013/14 taucht der Name SF Amelgatzen in den Meldelisten des Kreisfußballverbandes nicht mehr auf.

4 Bilder
Maulwürfe beleben den Sportplatz in Diedersen. Fotos (4): kf

So lange hielt der SC Diedersen gar nicht erst durch. Das Thema Kreisliga musste bereits nach dem Gründungsjahr abgehakt werden. Beim Kreismeister und Bezirksklassen-Aufsteiger der Saison 1975/76 fehlte es am Nachwuchs, die Mannschaft um Größen wie Pirnke und Lehnert hatte ihren Zenit überschritten und verabschiedete sich mit der roten Laterne zurück in die 1. Kreisklasse. Das totale Aus des Herrenfußballs ließ nicht lange auf sich warten.

Auch in Bakede, wo die Friesen zweimal knapp am Aufstieg in höhere Gefilde scheiterten, herrscht längst Ruhe im Karton. Dort, wo Publikumslieblinge wie Manfred und Karl-Heinz Malitzki oder Wolfgang Hansch die Stimmung anheizten, lebt man nur noch in der sportlichen Vergangenheit. Erinnert sich aber gern, dass sich die Spieler vor dem Anpfiff gern mal mit „einen Kaffee mit Schuss“ auf Touren brachten.

Im Ostkreis sind gleich zwei Vereine mit großer Historie von der Bildfläche verschwunden. Beim MTV Coppenbrügge, einige Jahre hinter Preußen Hameln 07 und der SpVgg. Bad Pyrmont die Nummer drei im Kreis, war das Aufbäumen nach dem Abstieg in der Kreisliga nur noch von kurzer Dauer. Heute mähen die Vereinsmitglieder im Werner-Düwel-Stadion höchstens noch den Rasen. Fußballer sucht man dabei ebenso vergeblich wie einige Kilometer weiter in Benstorf/Oldendorf. Elf Jahre hauten Stürmer wie Frank Riehl und Peter Zirkenbach ihren Gegnern auf dem leicht abschüssigen Geläuf im Ortsteil Oldendorf die Tore in die Maschen. Mit dem Abstieg in der Saison 1997/98 begann aber auch im Saaletal der Niedergang. Den erlebte auch der ESV Eintracht Hameln, der 2003/04 unter Spielertrainer Marcel Pöhler aufgestiegen war. Sich aber schon drei Jahre später aus der Eliteliga des Kreises wieder verabschieden musste.

Das größte Fiasko spielte sich aber wohl in Hessisch Oldendorf ab. Der TuS, deren Fußballer von 1982/83 bis 1984/85 drei Jahre als Flaggschiff der Region in der Amateuroberliga Nord (3. Liga) kickten, der sich in der Saison 2000/2001 noch einmal mit dem Kreismeistertitel schmücken durfte, stellte 2015 sogar einen Insolvenzantrag.

Lesen Sie am Mittwoch: „Die Meistermacher“



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