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Der Aerzener Christopher Buchtmann greift bei der EM mit den U 17-Junioren nach den Sternen

„Wir wollen ins Finale, wir wollen den Titel“

Fußball (hjk/re.). Ein Aerzener Junge greift nach den Sternen: Christopher Buchtmann, 17 Jahre jung, will an diesem Freitag mit den U17-Junioren des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bei der Europameisterschaft im eigenen Land mit einem Halbfinalsieg über Italien ins Finale einziehen und dann nach Möglichkeit auch den Titel holen. Für Buchtmann wäre es die Krönung seiner noch so jungen, aber bereits außerordentlich erfolgreichen Laufbahn. „Wir sind super drauf. Ich bin sicher, wir packen es“, gab sich der Jung-Nationalspieler gestern im Gespräch mit der Dewezet-Sportredaktion betont optimistisch.

veröffentlicht am 14.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 13:41 Uhr

Will Fußball-Europameister werden: Der aus Aerzen stammende 17 J

Der 1,75 m große Blondschopf ist der einzige Legionär in der von Marco Pezzaiuoli trainierten DFB-Auswahl. Seit neun Monaten absolviert der Mittelfeldspieler an der „Academy“, der Nachwuchsabteilung des englischen Rekordmeisters FC Liverpool, eine Ausbildung (die Dewezet berichtete).

„Wichtig ist, dass ich mein Englisch verbessere“

Sein Vertrag ist bis 2011 dotiert. Prognosen nach einer Profi-Karriere bei den „Reds“ weist Buchtmann bescheiden zurück. „Fragen Sie mich am Turnierende danach“, beschied er den Reportern nach dem 3:1-Sieg gegen die Türkei in Erfurt. Er fügte aber auch hinzu: „Klar, ich bin auch wegen meiner Fußballkarriere nach Liverpool gewechselt. Wichtig war für mich aber auch, dass ich mein Englisch verbessere. Das zumindest hat schon geklappt“, schmunzelt das in Minden geborene und in Aerzen aufgewachsene Talent. Die ersten „Gehversuche“ als Fußballer machte Buchtmann übrigens bei der SG Hameln 74 – im zarten Alter von vier Jahren.

Heimweh ins Weserbergland hat Christopher Buchtmann nicht. „Ich fühle mich auf der Insel pudelwohl. Auch das Wetter dort ist nicht so schlecht wie man immer behauptet. Nur das Essen könnte besser sein“, sagt der Jung-Nationalspieler mit einem Augenzwinkern. Ende Mai lässt er sich mal wieder in Aerzen blicken. Vier Wochen Urlaub sind dann angesagt. Darauf freut er sich schon heute.

Obwohl Buchtmann nicht die komplette EM-Vorbereitung mitmachen konnte, wartete er in den Spielen gegen die Türkei und auch gegen England (4:0) mit starken Leistungen auf. Gegen die Niederlande (2:0) fehlte der Aerzener wegen einer (taktischen) Gelbsperre. Im Türkei-Spiel war er der überragende Akteur auf dem Platz und erzielte auch den Treffer zum 2:1. „Das war mein bisher wichtigstes Tor“, freute sich der junge Nationalspieler, der bis zu seinem Liverpool-Engagement dem Jugendkader von Borussia Dortmund angehörte. Bevor er dann den Abflug nach England machte, hielt sich Buchtmann beim HSC BW Tündern fit. „Mit Dominik Meyer und Marcel Spatz habe ich nach wie vor Kontakt. Auch Marc Dühring meldet sich ab und zu bei mir“, verriet der 17-Jährige.

Bundestrainer lobt: „Er ist ein Führungsspieler“

Der Fan von Cristiano Ronaldo hat in den letzten Monaten erhebliche Fortschritte gemacht. „Er ist bereits ein Führungsspieler“, lobt DFB-Trainer Pezzaiuoli. „Er kann eine Partie ganz allein entscheiden, sowohl durch Pässe als auch durch seine Torgefährlichkeit. Er ist unser Engländer, durch den FC Liverpool wurde er geprägt.“

Bei der EM müssen Buchtmann und seine Teamkollegen jetzt mit der Favoritenbürde leben. Obwohl die Nachwuchstalente das Ticket für die Weltmeisterschaft im Oktober in Nigeria bereits in der Tasche haben, sind sie ganz heiß auf den EM-Titel. Und ein starker Auftritt im heutigen Spiel gegen Italien und dann in einem möglichen Finale am Montag in Magdeburg gegen den Sieger der Partie Niederlande – Schweiz würde den Marktwert der Kicker weiter steigern. Bei den EM-Spielen haben sie bereits die Aufmerksamkeit von zahlreichen Talentspähern auf den Tribünen auf sich gezogen. Neben Christopher Buchtmann („Der FC Liverpool ist schon ein Traumverein“) steht bei den Scouts auch Innenverteidiger Shkodran Mustafi vom Hamburger SV ganz hoch im Kurs. Er wechselt im Sommer zum FC Everton.

Matthias Sammer, einst selbst ein Ausnahme-Talent der Dresdner Fußball-Schule, glaubt, dass die Spieler mit dem Druck auf der Showbühne Europameisterschaft umgehen können. „Die Jungs sind 17 und haben schon ein feines Gespür für die Situation. In diesem Alter war Pele doch schon Weltmeister“, betont der DFB-Sportdirektor. Selbstbewusst sind die Großen von morgen sowieso. Christopher Buchtmann sagt, was alle denken: „Wir wollen ins Finale, wir wollen den Titel.“

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