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Handball-Mäzen Peter Othmer über seine Rolle beim Fast-Meister HF Springe und warum er dem VfL die Daumen drückt

„Wir wollen die Nummer eins im Weserbergland sein“

Handball. Er hat viel Kies und jede Menge Laster. Kein Wunder: der Unternehmer Peter Othmer aus Hasperde ist Baustoffkaufmann und einer der Größten seiner Branche. Auch im Handball ist der 63-Jährige kein Unbekannter. In den 90er Jahren gehörte er zu den „Machern“ beim ein-stigen Bundesligisten und deutschen Vizemeister VfL Hameln. Sein Einfluss bei den Blau-Weißen war enorm, er drehte – vor und hinter den Kulissen – mächtig am Rad. Nach dem sportlichen und finanziellen Absturz des Vereins verschwand auch Peter Othmer in Hameln von der Bühne. Aber dem Handball ist er treu geblieben. Jetzt plant er mit dem Oberliga-Klub Handballfreunde (HF) Springe das große Ding. „Unser Ziel ist der Aufstieg in die Regionalliga. Ich bin sicher, dass wir als Meister durchs Ziel gehen. Wir wollen bald die Nummer eins im Weserbergland sein“, sagte der Mäzen des Tabellenführers im Interview mit der Dewezet-Sportredaktion. Mit Peter Othmer sprach Hans-Jürgen Kroggel.

veröffentlicht am 17.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 04:41 Uhr

„Der Spaß muss überwiegen, sonst ist ganz schnell Schluss

Herr Othmer, Springe führt die Tabelle mit 37:7 Punkten an. Nehmen Sie schon Glückwünsche zur Meisterschaft entgegen?

Indirekt schon, aber wir müssen in den restlichen acht Spielen noch zwei Hürden nehmen – in Großenheidorn und in Hohnhorst/Haste. Danach kann uns kaum noch was passieren.

Und wenn doch?

Dann ist richtig was schiefgelaufen. Aber davon gehe ich nicht aus. Schließlich ist unsere Mannschaft jetzt schon reif für die Regionalliga. Ich bin sicher, am Ende der Saison wird auf den Plakaten stehen: der Meister kommt vom Deister. Und einen Sponsor für die große Aufstiegsfeier habe ich auch schon gefunden.

Warum engagieren Sie sich eigentlich so stark in Springe – und nicht mehr in Hameln beim VfL?

In bin in Springe aufgewachsen. Der VfL ist nach dem Abstieg nie mehr auf mich zugekommen. Außerdem hatte ich in der Endphase der Hamelner Bundesligazugehörigkeit von der Vereinspolitik die Nase gestrichen voll. Da gab es ein unsägliches Gerangel um Geld und Kompetenzen. Das hat mir gereicht.

Welche Rolle spielen Sie jetzt in Springe?

Ich bin Hauptsponsor und besorge das Geld.

Und wie sieht’s aus? Ist die Kasse gut gefüllt?

Wir sind gut im Geschäft und haben schon das Geld für die nächste Saison zusammen.

Glückwunsch. Da geht es Ihnen ja viel besser als dem VfL Hameln. Der kämpft in diesen Wochen ums finanzielle Überleben in der 3. Liga.

Das habe ich auch mitbekommen. Es ist schade, dass die Wirtschaft in der Region Hameln nicht mehr hinter den VfL-Handballern steht. Ich kann nur hoffen, dass der Verein in der 3. Liga bleibt.

Da zeigen Sie ja noch richtig Mitgefühl mit Ihrem ehemaligen Klub ...

Na ja – schließlich will ich in der nächsten Regionalliga-Saison zwei Derbys zwischen Springe und Hameln haben. Auf diese Duelle bin ich schon heute ganz scharf.

Warum?

Weil wir künftig im Handball die Nummer eins im Weserbergland sein wollen. Wir möchten auch nicht gleich wieder die Fliege machen, sondern wollen uns in der Regionalliga etablieren.

Ganz schön flotte Töne. Sie haben zwar mit Sven Lakenmacher und Viatscheslav Gorpishin sowie dem kürzlich verpflichteten Maik Bodenburg drei Hochkaräter in Ihrer Mannschaft. Doch mit denen allein kann Springe in der 3. Liga keine großen Sprünge machen. Außerdem gibt es 2010 die Spielklassenreform, da muss die Hälfte aller Vereine die Liga verlassen.

Ich betone noch einmal: die Mannschaft könnte schon jetzt in der Regionalliga mithalten. Wir werden uns aber weiter verstärken – mit einem Torhüter, einem Rückraumspieler und einem Kreisläufer. Alles starke Leute. In Kürze geben wir Namen bekannt.

Apropos Kreisläufer: Heiko Heemann vom VfL hat Springe einen Korb gegeben. Ärgert Sie das?

Nee, der hat sich zwar in Hameln gut entwickelt, wäre bei uns aber nur zweiter Mann gewesen. Diese Personalie hat mich auch nur am Rande interessiert. Ich kümmere mich um die dicken Brocken.

Und manche behaupten, Sie greifen sogar unmittelbar ins Spielgeschehen ein. Sie stehen ständig hinter der Bank und haben immer die Grüne Karte in der Hand …

Das mache ich nur so aus Jux. Das Sagen hat natürlich Trainer Danilo Loncovic. Und mit dem gehen wir übrigens auch in die nächste Saison.

Springe in der Regionalliga – das wäre schon eine große Nummer. Wollen Sie noch höher hinaus?

Nein, die 3. Liga ist für uns Endstation.

Herr Othmer, aus Ihren Worten spricht Begeisterung. Aber was ist, wenn die Euphorie verflogen ist und der Alltag einkehrt. Schlagen Sie sich dann, wie beim VfL, in die Büsche – getreu dem Motto: das war’s für mich …

Ich mache hier solange weiter, wie es mir Spaß macht. Und den habe ich gegenwärtig. Der Spaß muss überwiegen, sonst ist ganz schnell Schluss mit lustig.



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