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Wir tragen seit 197 Jahren das VfL-Trikot

Hameln. Mit einem Auswärtsspiel beim TuS Bramsche starten die Regionalliga-Basketballer des VfL Hameln am Samstag in die Saison. Mit Trainer Nicu Lassel sprach Dewezet-Mitarbeiter Andreas Rosslan über das Saisonziel des VfL, den kleinen Kader und die Gerüchte über die Rückkehr von Peer Wente.

veröffentlicht am 23.09.2009 um 15:57 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 10:21 Uhr

Hatte der VfL in der Sommerpause einen dicken Fisch an der Angel?
Wieso?

Im Internetforum wurde über die Rückkehr des Ex-VfLers Peer Wente spekuliert, der zuletzt für Göttingen in der Bundesliga spielte.
Peer wechselt zwar den Verein, aber nicht zum VfL. Er hat bei uns trainiert, um sich fitzuhalten. Inzwischen hat er einen neuen Klub gefunden. Eine Rückkehr zum VfL war kein Thema.

Einen Neuzugang hätte der VfL gut gebrauchen können.
Stimmt. Christoph Götte wird uns nach nur einer Saison aus beruflichen Gründen wieder verlassen. Das ist sowohl sportlich als auch menschlich ein Verlust. Und auch Benno Wunderlich, der in London studiert, wird nur zu wenigen Heimspielen einfliegen können. Das ist eine enorme Schwächung für das Team.

Dafür bekommt mit Lars Feuersenger ein Talent aus der eigenen Jugend eine Chance...
Lars hat in der Saisonvorbereitung einen sehr guten Eindruck hinterlassen, obwohl er erst 17 Jahre alt ist. Im Trainingslager hat er sich leider die Nase gebrochen.

Der VfL ist 2008/09 Vierter geworden. Ist es überhaupt möglich, diese Super-Saison zu toppen?
Wir werden es auf jeden Fall versuchen. Um das Ziel zu erreichen, haben wir in der Saisonvorbereitungsphase sieben Wochen sehr hart trainiert. Die Spieler sind fit. Es wird Zeit, dass es endlich losgeht.
Ist der jetzige Kader denn nicht zu klein?
Jammern hilft nicht. Wir müssen aus der Not eine Tugend machen. Es besteht die Gefahr, dass das Verletzungsrisiko steigt, weil wir in fast jedem Spiel an unsere Grenze gehen müssen. Von unseren Leistungsträgern darf keiner ausfallen – sonst wird es eng.

Was macht das Team so stark?
Unser Teamgeist. Acht von zwölf Spielern haben schon als Minis bei meinem Vater Heinrich mit Basketball angefangen. Wir spielen seit über 197 Jahren für den VfL, wenn man alle Dienstjahre der Spieler und Trainer zusammenrechnet. Das ist unglaublich. So etwas gibt es nicht beim Handball und auch nicht beim Fußball – nur bei uns.

Was ist der Grund dafür?
Wir sind mehr als Freunde – wir sind eine Familie. Unser Kapitän Timo Thomas spielt, wie alle anderen Spieler übrigens auch, zum Nulltarif für den VfL, weil er sich mit ganzem Herzen mit dem Verein identifiziert. Und das, obwohl er Angebote aus der zweiten Bundesliga hat.

Wie schätzen Sie den ersten Gegner, Tus Bramsche, ein?
In Bramsche erwarte ich einen heißen Tanz. Ich rechne mit über 500 Zuschauern. Das Team zählt mit dem ASC Göttingen zu den Top-Favoriten. Nach drei vergeblichen Anläufen will Bramsche unbedingt aufsteigen. Um nichts dem Zufall zu überlassen, hat Trainer Martin Kroog sein Team mit drei US-Amerikanern verstärkt.

Ist der Eintritt bei Heimspielen weiter frei?
Ja. Wir verzichten auf Geld, das wir durchaus gut gebrauchen könnten, weil wir lieber in einer vollen Halle spielen wollen. Der Lohn für unsere harte Arbeit ist die geile Stimmung bei unseren Heimspielen. Die Fans, die uns unterstützen wollen, können für 20 Euro eine freiwillige Dauerkarte kaufen. Wir freuen uns über jede Spende, weil es für die Vereine immer schwieriger wird, neue Sponsoren zu bekommen.



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