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„Wir sind die neue Nummer 1!“

Von Andreas Rosslan

veröffentlicht am 23.04.2010 um 14:41 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 20:21 Uhr

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Die Männer werden es zwar nicht gerne hören. Aber es ist nun einmal so. Jetzt sind die Frauen die Nummer 1! Im heimischen Handball jedenfalls. Einige „Experten“ werden sich jetzt sicher zu Wort melden und kontern: „Das ist doch absoluter Blödsinn! Die Erfolge der Frauen und Männer kann man doch überhaupt nicht miteinander vergleichen.“ Aber warum denn eigentlich nicht?

Wer wie das Team von Michael Hensel nach einer langen Oberligasaison so souverän den Titel holt, hat den Respekt völlig verdient!

Hensel, der der Vater des Erfolges ist, spricht von einem „Märchen“ – mit Happy End. Denn: Vor Saisonbeginn hätten selbst die treuesten Fans des MTV wohl nicht von diesem Triumph zu träumen gewagt. Der Trainer schon gar nicht. Jetzt ist der Traum schon Wirklichkeit geworden. Viel früher als erwartet.

Erst nächste oder übernächste Saison sollte das Abenteuer 3. Liga in Angriff genommen werden. So hatte es der 37-jährige Coach jedenfalls vor Saisonbeginn noch verkündet. Eigentlich müssten die Männer des Ex- Bundesligisten VfL Hameln, die als Topfavorit den Wiederaufstieg ja bekanntlich verpassten, auf den „kleinen“ Klub aus dem 1400-Seelen-Ort, der direkt an der Bundesstraße 217 liegt, ja neidisch sein. Schließlich gelang dem sympathischen Team um Mannschaftsführerin Inga Symann das, was ihren männlichen Handballfreunden in dieser Saison verwehrt blieb: der Aufstieg in die 3. Liga. Neidisch sind die VfLer um Kapitän Oliver Glatz aber nicht. Im Gegenteil. Erfolg macht sexy! Glatz und Co. sind bestimmt mächtig stolz auf ihre „Super-Girls“, mit denen sie sich auch abseits des Spielfeldes prima verstehen. Dass VfL-Coach Hajo Wulff selbst kurz vor den eigenen Heimspielen regelmäßig mit seinen Jungs in der Sporthalle Hohes Feld auf der Tribüne sitzt, um dem MTV die Daumen zu drücken, ist ein Beleg dafür, dass man sich gegenseitig schätzt. Diese moralische Unterstützung ist toll! Schade, dass das heutzutage immer noch keine Selbstverständlichkeit ist. Fest steht: Diese Wertschätzung hätten die Frauen eigentlich auch vom Publikum verdient. Aber leider waren die Zuschauerränge bei den Heimspielen oft nur spärlich besetzt. Das wird sich heute aber bestimmt ändern. Mit Germania List kommt um 17.15 Uhr zwar kein Topteam ins Hohe Feld. Die Halle wird aber bestimmt trotzdem aus allen Nähten platzen. Wetten, dass? Die feuchtfröhliche Meisterparty will ja schließlich niemand verpassen, oder?

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