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Ehrung für die C-Junioren des HSC Tündern II / Fußbälle und Geldpreis für die Mannschaftskasse

„Wir sind die fairsten Nachwuchsfußballer“

Von Rolf Henning Schnell

veröffentlicht am 04.06.2010 um 16:19 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 15:41 Uhr

Fußball. Freude und Stolz bei den C-Junioren des HSC Tündern II. Das Team, Tabellenvierter in der Bezirksliga, ist nach Abschluss der Saison 2009/2010 die fairste Mannschaft im Bezirk Hannover. Mit 11,217 Punkten lagen die Schützlinge von Trainer Bernd Mengerßen vor der JSG Itzum (11,208) und TuS Sulingen (10,963). Auf Platz fünf folgt der TSV Klein Berkel (10,833), der allerdings trotz Einladung zur Siegerehrung, die in den Räumen der AOK-Regionaldirektion Hameln stattfand, nicht erschien.

Ermittelt wird das fairste NFV-Team seit 23 Jahren nicht nur anhand der Gelben und Roten Karten, sondern auch durch eine Punktwertung, die Mannschaften und Schiedsrichter nach jeder Partie abgeben müssen. Je höher die Punktzahl, desto fairer war der Auftritt. „Wir haben mit diesem Kriterienschlüssel gute Erfahrungen gemacht“, so Andreas Rogat (Duingen), Vorsitzender des Bezirksjugendausschusses, der zugleich erfreut feststellen konnte, dass Fairness sich immer bezahlt macht. Denn für die Besten gibt es stattliche Geldpreise für die Mannschaftskasse und Fußbälle. Außerdem erhält der Sieger HSC BW Tündern eine Einladung zum Abschlusscamp (25. bis 27. Juni) in Barsinghausen, wo noch einmal die besten Teams der vier Bezirke um den Gesamtsieg „Fairstes Team Niedersachsens“ kämpfen.

Dass Fairness nicht allein eine Sache von Trainern und Spielern ist, sondern auch das fußballerische Umfeld umfasst, erläuterte Professor Dr. Gunter A. Pilz (Hannover), der seit 1988 den Wettbewerb begleitet und auch diesmal mit vielen Zahlen und Statistiken aufwarten konnte. Die basieren auf einer akribischen Auswertung von fast 20 000 Daten, die ihm die Vereine mittels Fragebögen im Laufe der Saison zugeschickt haben.

Seinen Ausführungen zufolge hat das Fairnessverständnis erfreulicherweise überall zugenommen, auch wenn es immer wieder zu Diskrepanzen zwischen den Beobachtungen und Einschätzungen der Spieler und Trainer kommt. Ein typisches Beispiel: Bei einer Notbremse vertreten weitaus mehr Trainer als Spieler die Meinung: „Unfair, aber taktisch klug.“ Dagegen werden rassistische Äußerungen auf dem Sportplatz von den Trainern durch die Bank abgelehnt, während es bei den Jungen durchaus mal vorkommen kann, dass davon Gebrauch gemacht wird.

Auch das Verhalten zu den Schiedsrichtern ist laut Professor Pilz zwiespältig. Während sich die Spieler meist mit Kritik zurückhalten, weil sie Zeitstrafen oder sogar Karten befürchten müssen, ziehen Trainer und auch Eltern gern kräftig vom Leder, wenn sie mit Entscheidungen nicht zufrieden sind. Auch in diesem Fair-Play-Punkt sollten Erwachsene Vorbilder für die Jugend sein – und nicht noch die gereizte Stimmung weiter anheizen.

Sie nahmen den Fairnesspreis des Bezirks Hannover gern entgegen: Die Spieler der C2-Junioren des HSC BW Tündern.

Foto: nls



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