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Der 68-Jährige hat noch keinen Silvesterlauf verpasst

Wilhelm Gimmler – ein Opa läuft und läuft und läuft

Wenn der Opa läuft und läuft und läuft: 1976 wurde der Emmerthaler Silvesterlauf von dem inzwischen verstorbenen Heinrich Meisoll aus der Taufe gehoben. Wilhelm Gimmler (TSG), der mittlerweile 68 Lenze zählt, war bei der Premiere schon dabei. Seit 34 Jahren hat der frühere Polizeibeamte aus Emmern zum Jahreswechsel keinen einzigen Lauf verpasst. Respekt!

veröffentlicht am 29.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 12:21 Uhr

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Der Silvesterlauf ist für ihn ein Muss. Deshalb wird der rüstige Rentner auch morgen bei der 34. Auflage nicht fehlen. „Als ich zum ersten Mal an den Start ging, war es lediglich Neugier.“ Heute fiebert er dem Lauf schon Wochen vorher entgegen. „Ich kann gar nicht abwarten, bis der Startschuss fällt.“ Zunächst hatte er nur Sohn Andreas (45) und Tochter Ute (44) an seiner Seite. Heute läuft der stolze Opa mit seinen Enkeltöchtern Bianca (12) und Jasmin (10) um die Wette. Um wirklich fit an den Start gehen zu können, trainiert der Emmerthaler schon das ganze Jahr – mindestens dreimal pro Woche. Entweder er läuft dabei allein oder mit einem Nachbarn in Richtung Basberg. Oder mit Exkollegen Bernd Röben durch den Hamelner Klütwald. 20 Kilometer pro Woche kommen so schnell zusammen.

Zu den Dauergästen in Emmerthal zählt auch Gerhard Busse, der nur einmal im Jahr 2004 passen musste, „weil ich zu stark erkältet war“. Ansonsten war der 56-Jährige immer dabei. Diesmal wird er zum 33. Mal an den Start gehen. Der Hamelner ESV-Läufer ist ein wahrer „Kilometerfresser“: Seit über 30 Jahren lässt er so gut wie keinen Volks- und Berglauf in näherer Umgebung aus. „Ich bin zwar gewiss nicht der Schnellste, komme aber immer ans Ziel. Aufgegeben habe ich noch nie, dafür bin ich viel zu ehrgeizig.“

Um gut in Form zu bleiben, läuft der kaufmännische Angestellte nicht nur auf den Waldwegen im Schecken und Finkenborn. Busse trainiert auch im Fitnessstudio.

Startet zum 33. Mal: Gerhard Busse vom ESV Hameln. Foto: rhs

Auch Friedrich Wilhelm Geitel (72) aus Bodenwerder, der dieses Jahr zum 30. Mal dabei ist, hat den Silvesterlauf dick im Kalender angestrichen. „Ich hätte keinen Lauf ausgelassen“, erzählt der frühere Geschäftsmann, den Anfang der 90er Jahre ein Meniskusschaden lahmlegte. Über seine Fitness braucht man sich übrigens keine Gedanken zu machen. Fast ständig sieht man ihn bei gutem Wetter mit dem Rennrad mit flottem Tempo im Weserbergland unterwegs. Dabei kommen locker 100 Kilometer und mehr in der Woche zusammen. Damit nicht genug. Zusätzlich läuft er auch noch – im Schnitt 35 Kilometer. So treffen Frühaufsteher ihn morgens nicht nur im Laufschritt beim Brötchenholen, sondern Wanderer und Spaziergänger begegnen ihm im Kemnader Holz , im Vogler oder in den Weserniederungen. Die Liebe zum Sport hat Geitel bereits in Kindheitstagen als Handballer, Volleyballer und Tennisspieler entdeckt, gehörte darüber hinaus auch 1976 zu den ersten, die auf dem Maschsee das Windsurfen, das lautlose Gleiten übers Wasser, betrieben. Noch nicht zu einer Teilnahme durchringen konnte sich allerdings Margrit Pape, die seit vielen Jahren ebenfalls zu den Stammgästen in Emmerthal gehört. Die 70-jährige ESV-Läuferin will sich diesmal erst in letzter Sekunde entscheiden. Ihr Credo: „So langsam muss jeder mal ans Aufhören denken“.



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