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Wehmann und Köster bauen JA-Team für Staffelllauf auf

Wie die schweren Jungs aus Hameln das Laufen lernen

Von Rolf Henning Schnell

veröffentlicht am 26.04.2010 um 16:54 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:41 Uhr

JA-Mitarbeiter Thomas Köster mit der Stoppuhr in der Hand.  Foto

Leichtathletik. Laufen gehört für Michael Wehmann zum absoluten Muss. Seit seiner frühsten Jugend rennt der 36-Jährige hinter dem runden Leder her und ist auch heute noch als Spielertrainer des Kreisligisten VfB Eimbeckhausen auf flinke Füße und gute Kondition angewiesen. Hauptberuflich als Justizbeamter und Sportübungsleiter in der Jugendanstalt Hameln tätig, war es für ihn ein leichtes, seine schweren Jungs vor zwei Jahren auch für den vom früheren Olympiasieger Dieter Baumann initiierten bundesweiten Wettbewerb „Jugend bewegt sich über Grenzen“ zu begeistern und zum Mitmachen zu bewegen – mit großem Erfolg. Denn im Vorjahr wurde das fünfköpfige Anstaltsaufgebot, das als Staffel einen Halbmarathon (21,09 Kilometer) zu absolvieren hatte, immerhin Nordsieger und anschließend Neunter auf Bundesebene.

„Als wir dieses Jahr den Zuschlag bekamen, am 18. Juni in Hameln das Bundesfinale ausrichten zu dürfen, war die Begeisterung natürlich groß“, verrät Kollege Thomas Köster, ebenfalls Altherrenfußballer in Tündern und obendrein ein begeisterter Marathonläufer. „Als wir unsere Gefangenen fragten, ob sie wieder mitmachen, war die Resonanz groß. Bereits beim ersten Probetraining, das im Rahmen der bundesweiten Auftaktveranstaltung gleichzeitig in allen dreißig Anstalten stattfand, zeigten in Tündern 41 Läufer ihr Interesse für den Staffellauf und testeten ihr Durchhaltevermögen auf der Aschenbahn des anstaltseigenen Sportplatzes.

„Wir waren überrascht, dass nur wenige vor Ablauf den geforderten 15- oder 30-Minuten-Dauerlauf (dafür gab es das DLV-Laufabzeichen) aufgaben“, freuten sich Wehmann und Köster, die nun die Aufgabe haben, bis zum Finale die Besten herauszufiltern. „Nicht allein gute Trainingszeiten sind für uns für die Nominierung entscheidend. Vielmehr kommt es darauf an, dass die Auserwählten Kameradschaft und Teamgeist an den Tag legen und damit die Anstalt würdevoll nach außen vertreten. Auf diese Kriterien legen wir größten Wert.“

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Olympiasieger Baumann wird am 18. Juni zum Bundesfinale nach Hameln kommen und selbst ein Stück mitlaufen, um dann später auch bei der Siegerehrung präsent zu sein. Ebenfalls wird an diesem Tag ein Vertreter des SV Werder Bremen, mit dem die Hamelner Anstalt einen Kooperationsvertrag unterhält, erwartet. Tim Juraschek aus dem Sozialmanagement des Fußball-Bundesligisten war auch bei der Auftaktveranstaltung dabei und hatte 30 Trainingsanzüge als Geschenk mitgebracht. Dafür erhielt er von Dietmar Müller, dem Öffentlichkeitsbeauftragten der JA, bei der Ausgabe der Laufabzeichen ein Präsent als kleines Dankeschön.

Michael Wehmann trainiert jungenge Gefangene im Knast.

Foto: rhs

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