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Treffen mit alten Kollegen: Ex-Oberligaspieler nach 43 Jahren Afrika auf Stippvisite in Hameln

Werner Massier – ein Preuße aus Windhoek

Fußball. Afrika ist zwar weit – doch auch dort in Windhoek im tiefen Südwesten des riesigen Kontinents schlägt noch ein Preußen-Herz. Werner Massier lebt seit 43 Jahren in der Hauptstadt von Namibia und fand nun erstmals wieder den Weg zurück nach Hameln. Auf dem Programm seiner kurzen Stippvisite stand fast selbstverständlich auch ein Treffen mit seinen alten Mitstreitern von 07. Messier, einst in den 60er Jahren ein wieselflinker Außenverteidiger beim damaligen Amateuroberligisten, kann sich noch gut an einige Episoden aus seiner Preußenzeit erinnern. Eine ist ihm ganz besonders im Gedächtnis geblieben: das Pokal-Duell gegen Werder Bremen im Dezember 1962. „Flügelflitzer Klaus Hänel war der beste Gegenspieler, den ich je zu bewachen hatte“, schwärmt der 66-Jährige noch heute vom damaligen Werder-Torjäger. „Dass wir am Ende eine 1:7-Klatsche kassierten, lag aber nicht an mir allein“, stellte er in der lockeren Gesprächsrunde mit einem Augenzwinkern fest.

veröffentlicht am 02.08.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 11:21 Uhr

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Massier hält noch regelmäßigen Kontakt zum 07-Urgestein Günter Hauschild und nutzte auf diesem Weg die Gelegenheit, nach der Hochzeit seiner ältesten Tochter in England auch einen Abstecher in die Rattenfängerstadt zu machen. „Dich haben wir trotz der mittlerweile weißen Haarpracht sofort wiedererkannt, weil du immer noch durchtrainiert bist und im Gegensatz zu uns kaum ein Gramm zugenommen hast“, so Manfred Kühne, der auch gleich ein Fotoalbum mitgebracht hatte, in der die ganze Fußball-Episode der 60er Jahre festgehalten war. Auch die anderen Spieler aus gemeinsamen Kickerzeiten wie Alfons Werner, Georg Richter, Hans-Jügen Klenner, Wolfgang Brachmann, Gerhard Tuschke, Alwin Gliwitzki, Micky Vogt, Bernhard Stahnke, Peter Cimander, Reiner Stolpe, Harald Redecker, Jürgen Kämmerer, Bernd Orlea, Peter Kindermann sowie aus der Führungsriege Heinz Mensing, Hermann Ulrichs und Wilfried Schröder waren erschienen und neugierig, wie es ihrem 1967 ins damalige Südwest-Afrika ausgewanderten ehemaligen Mitspieler ergangen ist. Sie erfuhren dabei, dass der gelernte Industriekaufmann zunächst in seinem Beruf weiterarbeitete, später dann als Geschäftsmann in die Schuhbranche wechselte und sich heute als anerkannter Muschelexperte einen Namen gemacht hat.

So versorgt Werner Massier Sammler, Wissenschaftler und Museen mit ausgefallenen Exemplaren, die ihm Fischer und Taucher liefern. „Mehrere Neuentdeckungen tragen schon von mir gegebene Namen“, teilte der 66-Jährige mit. Eine Muschel heißt sogar „Zorro“ nach seinem Border-Collie, mit dem er schon mehrmals beim Hundespringen „Champion von Namibia“ geworden ist. Doch Massier ging damals nicht allein nach Afrika, denn mit Reiner Hentrich und Rolf Weber folgten ihm zwei 07-Kicker. Die beiden sind allerdings schon lange wieder hier. Gleichwohl verbrachten sie sportlich eine überaus erfolgreiche Zeit auf dem Schwarzen Kontinent.

Das Preußen-Trio bildete sechs Jahre lang die Mittelfeld-Achse der Windhoek Ramblers, die fast jedes Jahr den Meistertitel holten. Zugleich war Massier aber auch Auswahlspieler und legte unzählige Kilometer per Flugzeug und Bus zurück. 1973 musste er mit 29 Jahren nach einem Schien- und Wadenbeinbruch seine Karriere allerdings frühzeitig beenden.

Viele ehemalige Preußen-Spieler ließen sich das Wiedersehen mit Werner Massier nicht entgehen.

Erst danach hatte der eingefleischte Junggeselle Zeit, um sich richtig zu verlieben. Er heiratete eine Engländerin und wurde stolzer Vater von zwei Töchtern namens Nicola (34) und Colette (32). „Obwohl ich in Hameln groß geworden bin, nach Deutschland zurückkehren werde ich nicht. Aber man kann ja per Internet schnell eine Verbindung zu Freunden in der Heimat herstellen“, so der einst auf eine Anzeige im Kicker angelockte Afrika-Fußball-Tramp.

Sie hatten sich viel zu erzählen: Reiner Hentrich (links) und Werner Massier. Die beiden Ex-Preußen spielten sechs Jahre im blau-weißen Trikot für die Windhoek Ramblers in Namibia.

Fotos: rhs/2



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