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Kristina Jeske schnuppert bei Hannover 96 Bundesligaluft / Duell gegen Nationalspielerin Elke Schall

Wenn der Apfel nicht weit vom Stamm fällt …

Von Martina Emmert

veröffentlicht am 13.04.2010 um 08:51 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 21:21 Uhr

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Tischtennis. Kristina Jeske vom MTSV Aerzen hat bereits im Alter von sieben Jahren ihre Leidenschaft für den Tischtennissport entdeckt. Schnell war klar, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt. Ihre Eltern Heike und Michael sowie ihr dreieinhalb Jahre älterer Bruder Sebastian hatten der inzwischen 16-Jährigen den Sport schmackhaft gemacht: „Ich war für mein Alter immer sehr klein, sonst hätte ich bestimmt schon eher angefangen. Das Interesse ging von mir aus, ich wollte das Tischtennisspielen unbedingt lernen.“ Die Fortschritte ließen nicht lange auf sich warten. Zahlreiche Erfolge auf Kreisebene bei Ranglisten und Meisterschaften folgten.

„Bei den A-Schülerinnen habe ich die Goldmedaille im Doppel bei der Landesmeisterschaft gewonnen, und 2009 belegte ich Platz eins beim internationalen Turnier in Flensburg bei den Mädchen.“ Das waren bisher ihre größten sportlichen Erfolge. Bisher. Im Jahr 2011 will sie an der Viktoria-Luise-Schule in Hameln ihr Abitur machen, um anschließend auf Lehramt zu studieren. Dass dort der Sport im Vordergrund steht, liegt auf der Hand.

In der Saison 2006/2007 spielte Jeske noch beim TSV Groß Berkel in der Niedersachsenliga der Mädchen, der höchsten deutschen Jugendspielklasse. Mit einer 48:11-Bilanz hatte Jeske, die inzwischen in Aerzen selbst das Jugendtraining mitbetreut, maßgeblichen Anteil an dem hervorragenden siebten Tabellenplatz. Während dieser Phase wurden auch erstmalig andere Vereine auf das Talent aufmerksam. Hans Teille, Tischtennischef von Hannover 96, bot Jeske einen Platz in der Verbandsliga bei den Damen an. Diesem Ruf folgte sie, denn die Perspektiven, in einer noch höheren Klasse spielen zu können, waren in Hannover mit der Oberliga und der Bundesebene gegeben. Allerdings sehr zum Bedauern des TSV Groß Berkel, der in der Folgeserie die Mannschaft aus der Niedersachsenliga zurückziehen musste. „Ich wollte eigentlich noch gar nicht bei den Damen spielen, da wir in Groß Berkel viel Spaß hatten, ein Alter waren und auch mal etwas zusammen unternommen haben.“

Die Unsicherheit verflog jedoch schnell. „Ich habe mich schon im ersten halben Jahr etablieren können, so dass ich schnell die Bestätigung für die richtige Entscheidung bekommen habe. Wir fahren auch zu vielen Turnieren, verstehen uns gut, zelten mal gemeinsam oder übernachten in einer Herberge. Das schweißt zusammen.“ Mittlerweile absolvierte sie eine Saison in der Oberliga, und eine 34:14-Bilanz im oberen Paarkreuz kann sich sehen lassen. In der aktuellen Saison wurde Jeske dann auch eine große Ehre zuteil, denn wegen personeller Engpässe kam Jeske zu ihrem Debüt in der 1. Bundesliga! „Als ich dann erfahren habe, dass ich gegen die Ikone des deutschen Tischtennissports und aktuelle Nationalspielerin Elke Schall antreten musste, war der Respekt schon ganz schön groß. Meine Gefühle waren sehr gemischt“, plaudert das Talent aus dem Nähkästchen. Die 36-Jährige mehrfache Europameisterin, deutsche Einzel- und Mannschaftsmeisterin erteilte im Duell der Generationen ihrer jungen Kollegin erwartungsgemäß eine kostenlose Lehrstunde. „Trotzdem war es eine wertvolle Erfahrung, und ich würde solch ein Erlebnis noch mehr Nachwuchsspielerinnen gönnen“, sagt Jeske, deren Hobby das Ski- und Inlinerfahren ist. Ihr Ziel ist mittelfristig die Regionalliga – vielleicht sogar die 2. Bundesliga. „Es ist sehr schade, dass in unserer Region kein Verein in dieser Klasse spielt. Ich hatte Angebote vom SSV Neuhaus, Vizemeister der Oberliga, und dem VfR Weddel. Doch die Fahrzeiten sind einfach zu weit.“

Kristina Jeske vom MTSV Aerzen hat bereits im Alter von sieben Jahren ihre Leidenschaft für den Tischtennissport entdeckt.

Foto: Serreck

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