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Leichtathletik: Zehnkämpfer Patrick Scherfose ist nach seinem ersten Halbmarathon fix und fertig

Warten auf die Schmerzen

HAMBURG. Wer läuft schon gerne einen Marathon? Außer den Spezialisten wohl kaum jemand. Aber auch nicht jeder bevorzugt als Alternative einen Halb-Marathon. Einfach mal ausprobieren sagte sich deshalb Patrick Scherfose – und schon war er in Hamburg mittendrin in einem neuen Abenteuer.

veröffentlicht am 08.11.2017 um 14:40 Uhr

Um eine Erfahrung reicher: Patrick Scherfose (li.) und Trainingspartner Alexander Wittmund absolvierten einen Halbmarathon. Fotos: pr

Autor:

Matthias Abromeit
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Jahrelang erfolgreich als Zehnkämpfer unterwegs, musste er sich nun allerdings an ganz andere sportliche Abläufe gewöhnen. Aber der Athlet der LG Weserbergland kam durch und konnte am Ende auch mit seiner Leistung zufrieden sein. Feuer gefangen für den Ausdauersport hat Scherfose jedoch nicht. „Ich wollte das einfach nur schaffen. Nun ist dieses Kapitel für mich abgehakt. Vielleicht laufe ich irgendwann noch einen Marathon. Aber bestimmt nicht in den nächsten drei Jahren“, bilanzierte das ehemalige Zehnkampf-Ass nach seiner Premiere beim Süderelbe-Halbmarathon in Hamburg-Neugraben.

Der Veranstalter musste dort allerdings kurzfristig improvisieren, weil ein Sturmtief die vorgesehene Strecke unpassierbar gemacht hatte. Aus den üblichen 21,0975 Kilometern wurden so nur 20. Im Klartext: Debütant Scherfose und Co. durchliefen eine Fünf-Kilometer-Strecke gleich viermal. Die Bilanz des 26-Jährigen kann sich aber sehen lassen. In der Wertung der Männer M20 wurde er nach 1:38:19 Stunden Vierter, in der Gesamtwertung aller Männer und Senioren allerdings nur 37. der 107 Starter.

Trotzdem: Ausdauerrennen sind ihm zu langweilig. „Die ersten 15 Kilometer läuft man mit lockerer Atmung. Das ist einfach nur ein einstündiges Warten darauf, dass es irgendwann anfängt, wehzutun“, erklärt er. Von seinen 400- und 1500-Meter-Läufen in den diversen Zehnkämpfen war er gewohnt, dass der Schmerz sehr schnell da ist. „Aber dieses Warten auf die Schmerzen ist heftig.“ Und so richtig heftig waren die Schmerzen erst, als sie auf den letzten fünf Kilometern mit voller Wucht kamen. Denn dass ein Halbmarathon erst im letzten Viertel so richtig beginnt, ist allseits bekannt.

Nun weiß das auch Patrick Scherfose. „Es war nicht die Atmung oder die Lunge, es waren die Beine. Ich hatte eigentlich überhaupt keinen Bock mehr, die Beine zu bewegen. Spaß hat das am Ende überhaupt nicht mehr gemacht“, gab er zu.

Doch der Leichtathlet biss auf die Zähne und kämpfte sich einfach nur noch über die Strecke, die er davor schon siebenmal gesehen hatte. Auch dass sein Trainingspartner – mit Alexander Wittmund aus Burgdorf hatte er in Hannover diverse Maschsee-Runden gedreht – rund zwei Minuten vor ihm lag, war ihm mittlerweile egal geworden. Im Ziel ging nichts mehr. Und vom Vorhaben, freiwillig die fehlenden 1,1 Kilometer zum Halbmarathon noch zusätzlich zu laufen, rückte Scherfose sofort wieder ab. „Das hat gereicht.“ Fortsetzung frühestens in drei Jahren. „Jetzt freue ich mich riesig auf mein Stabhochsprung-Training. Denn da will ich in der Hallensaison doch noch einmal antreten.“

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