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Wirft Preußen-Chef das Handtuch? / Zukunft des Traditionsklubs steht in den Sternen

Von Alvensleben spricht von Rücktritt

Von Andreas Rosslan

veröffentlicht am 16.05.2010 um 20:44 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 17:41 Uhr

Fußball. Die Hamelner haben Oberligafußball nicht verdient. Das meint jedenfalls Roman von Alvensleben. Der Preußen-Chef macht keinen Hehl daraus, dass er mit dem Gedanken spielt, das Handtuch zu werfen. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass das meine einzige Saison als Vorsitzender von Preußen Hameln bleibt“, sagte von Alvensleben am Samstag im Radio-Aktiv-Interview. Noch vor knapp einem Jahr war der Vereinsvorsitzende selbstbewusst angetreten, um den chronisch klammen Hamelner Traditionsklub vor der drohenden Pleite zu retten. Doch von der Euphorie, die der 07-Boss in den ersten 100 Tagen nach seiner Amtsübernahme entfachte, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Über dem Vereinsheim der Preußen, für die die Oberliga auch sportlich eine Nummer zu groß zu sein scheint, kreist immer noch der Pleitegeier. Eigentlich sollten die Freundschaftsspiele gegen Hannover 96 und Fortuna Düsseldorf 50 000 Euro plus X in die leere Vereinskasse spülen. Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht, „weil das Zuschauerinteresse weit hinter den Erwartungen zurückblieb“. Von Alvensleben, der viele Gläubiger vertrösten musste, steht jetzt vor einem Scherbenhaufen.

Niemand weiß, wie es bei Preußen weitergeht. Auch der ratlos wirkende von Alvensleben nicht: „Ob der Verein überhaupt überleben kann, steht zurzeit in den Sternen.“ Im April sagte der Anwalt im Dewezet-Interview: „Wir sind zum Erfolg verdammt, weil wir die Einnahmen dringend brauchen, um einen Neustart bei 07 überhaupt möglich zu machen.“ Weil dieses ehrgeizige Ziel nicht erreicht worden ist, denkt von Alvensleben, der von einigen Leuten im Vereinsvorstand die Unterstützung vermisst, an Rücktritt. Die eine oder andere Nacht will er aber noch darüber schlafen, bevor er eine Entscheidung trifft. Im Hinblick auf die nächste Saison hat 07 zwar die Lizenz für die eingleisige Oberliga fristgerecht beim Niedersächsischen Fußball-Verband beantragt. Doch selbst wenn die Mannschaft das Wunder, den Klassenerhalt, schaffen sollte, stellt sich die Frage: Kann sich der hoch verschuldete Klub die neue Mammutliga mit 21 Teams überhaupt leisten?

Die Antwort ist: nein. Bei einem Abstieg in die Bezirksoberliga droht nicht nur das Team auseinanderzubrechen. Auch Trainer Kai Oswald, der erst im November einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieb, deutete zwischen den Zeilen bereits seinen Abschied an. Quo vadis, Preußen?

Wirkt ratlos: Preußen-Chef Roman von Alvensleben.

Foto: nls



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