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Fußball-Bezirkspokal: TuS Sulingen führt Bad Pyrmont beim 4:0-Finaltriumph vor

Vom Meister zum Lehrling

BAD PYRMONT. In nur 90 Minuten vom Meister zum Lehrling. Im Fußball geht die sportliche Degradierung manchmal schnell – oft sogar grausam schnell. Nun kann auch die zuvor in der Bezirksliga-Saison überaus erfolgsverwöhnte Spielvereinigung Bad Pyrmont ein trauriges Lied davon singen. Selten zuvor präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Philipp Gasde wohl so machtlos, mutlos und harmlos wie bei der deprimierenden 0:4 (0:3)-Heimpleite im Bezirkspokalfinale gegen den Landesligisten TuS Sulingen. Ein absolutes Rätsel. Auch wenn die Mannen um Kapitän Stefan Schmidt nicht gerade als Favorit ins Rennen gegangen sind, etwas mehr Biss und Durchschlagskraft der Platzherren sowie mehr Spannung hatten sich die 700 Zuschauer (Saisonrekord) im Stadion an der Südstraße schon erhofft. Doch sie wurden bitter enttäuscht, einmal abgesehen von der kleinen Sulinger Fangemeinde. „Ich habe selten einen verdienteren Sieger gesehen. Das war eindeutig. Wir haben aber trotzdem eine tolle Saison gespielt“, musste auch Bad Pyrmonts Obmann Heiko Begemann anerkennen.

veröffentlicht am 06.06.2016 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:15 Uhr

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Roland Giehr

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Roland Giehr Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

Schon von Beginn an agierte nur eine Mannschaft: der TuS Sulingen. Taktisch und technisch auf hohem Niveau zelebrierte das Team von Trainer Maarten Schops Einbahnstraßenfußball in Perfektion. Dem Bezirksligameister blieb so nur die Statistenrolle. Aber auch deshalb, weil Pierre-Maurice Neuse (4.) gleich die erste Unachtsamkeit in der noch unsortierten Pyrmonter Defensive gnadenlos zum 0:1 ausnutzte und alle Hoffnungen der Gasde-Elf im Keim erstickte.

Ein schwerer Schock, von dem sich die Spielvereinigung nicht mehr erholte „Wir wollten eigentlich früh stören, doch das schnelle Tor hat uns völlig aus dem Konzept gebracht“, analysierte Begemann treffend. Sah auch Trainer Gasde so: „Die waren vorne einfach eiskalt.“ Zu allem Übel holte er sich nach einem Zweikampf mit Mehmet Koc auch noch eine blutige Nase und musste das Spielfeld (73.) vorzeitig verlassen. Irgendwie symbolisch für diese Partie.

Von einer echten Pyrmonter Spielidee war allerdings selbst ansatzweise nichts zu sehen, auch wenn sich der lauffreudige Seyhmus Karayilan, im Finale neben Torhüter Stefan Schmidt der einzige Lichtblick, emsig darum bemühte. Letztlich aber ging auch er unter. Und hätte eben Schmidt nicht noch einige Male glänzend pariert, es wäre ein noch schwärzerer Tag für die Spielvereinigung geworden.

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  • Niederlage und blutige Nase: Pyrmonts Trainer Philipp Gasde.
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  • Verdienter Pokalsieger: Der TuS Sulingen.

So aber zählten in der Folgezeit nur noch die Treffer von Pascal Löhmann (31.) unter Mithilfe von Eduard Kryker, Mehmet Koc (38.) und Tim Rieckhof (76.) für den TuS Sulingen und die absolute Gewissheit, ein hochverdienter Pokalsieger geworden zu sein.

Die Gründe für den enttäuschenden Bad Pyrmonter Auftritt sind sicherlich vielfältiger Natur. Zum einen trug wohl auch die im Vorfeld selbst verschuldete Trainerdebatte ein wenig dazu bei, zum anderen aber eben auch die noch fehlende Qualität, gegen einen Landesligisten zu bestehen. Schon im Halbfinale gegen Absteiger TuS Garbsen war die spielerische Unterlegenheit deutlich, konnte aber durch den Sieg im Elfmeterschießen noch kaschiert werden. Sulingen zeigte dem Aufsteiger nun aber endgültig seine momentanen Grenzen auf. Erkannte auch Philip Gasde: „Eine Klassemannschaft, die auf allen Positionen besser besetzt ist als wir.“

Damit die Spielvereinigung nun aber nicht zur Fahrstuhlmannschaft mutiert, muss der Klub auf dem Personalsektor sicherlich noch einiges bewegen. Nur mit Neuzugängen aus der unteren Bezirksliga-Etage dürfte der zweite Anlauf in der Landesliga ein schweres Unterfangen werden.

Soll heißen, die Klubführung um Lars Diedrichs und auch Trainer Philipp Gasde müssen bis zum Punktspielstart am 6./7. August noch kräftig in die Hände spucken.



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