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Zwischenbilanz nach einem Drittel der Zweitliga-Saison: Springe fehlt es an Führungsqualität auf dem Feld

Viele Komplimente, wenig Punkte

Springe. Dreizehn Spiele in zehn Wochen – die Saison hatte es bislang in sich für die Zweitliga-Handballer der HF Springe. Aber an diesem Wochenende ist Erholung angesagt. Dank des Supercups ruht der Liga-Betrieb – so bleibt Zeit, den bisherigen Saisonverlauf zu analysieren.

veröffentlicht am 07.11.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 14:37 Uhr

jan

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Redakteur zur Autorenseite

Die Bilanz ist ernüchternd. Zwar erntet der Aufsteiger von den Gegnern viele Komplimente, holte auswärts aber noch keinen Punkt – und zu Hause erst fünf. Nach einem Drittel der Saison bedeutet das den letzten Platz. Das rettende Ufer ist fünf Punkte entfernt. So hatten die Springer sich das nicht vorgestellt. „Wir haben aber längst noch nicht die Hoffnung aufgegeben, die Kehrtwende zu schaffen“, sagt Manager Dennis Melching. Warum auch? Die Mannschaft hält bislang in fast jedem Spiel mit, „aber in den entscheidenden Situationen fehlt der Punch“, sagt Trainer Sven Lakenmacher. Soll heißen: Die Abgeklärtheit, sich von kleinen Fehlern nicht verunsichern zu lassen. Die Fähigkeit, das Spiel zu beruhigen.

Der Coach steht nicht zur Diskussion bei den HF. „Wenn wir uns einen Vorwurf machen können, dann den, dass wir unseren Kader vielleicht für etwas zu stark gehalten haben“, so Melching. „Wir können aber beim Kader auch nur so viel machen, wie wirtschaftlich in unserer Macht steht.“

Es fehle an Spielern mit echten Führungsqualitäten, sagt Lakenmacher. An Faruk Halilbegovic, der vor wenigen Wochen nachverpflichtet wurde, stellt der Coach diesen Anspruch nicht: „Er ist ein typischer Halblinker. Die Spielgestaltung liegt in der Mitte.“ Also müssten Jannis Fauteck und Marius Kastening in die Führungsrolle hineinwachsen. „Das werden sie auch“, ist Lakenmacher überzeugt, „die Frage ist nur, wie viel Zeit wir haben.“

Lakenmachers Hoffnungen hatten auf den erfahrenen Leuten wie Fauteck, Oliver Tesch, Robert Wetzel, Tim Coors und Pawel Pietak gelegen. Das Problem: Pietak war lange verletzt, Wetzel fiel ebenfalls eine Zeit lang aus. Fauteck und Coor laufen ihrer Form hinterher. Bleibt Tesch, der dem Team zwar Stabilität gibt, „aber alleine kann er es auch nicht schaffen“, so der Coach. Dem Rest der Mannschaft mangele es schlicht an Zweitliga-Erfahrung.

Dennoch: „Die Mannschaft ist meines Erachtens konkurrenzfähig“, sagt der Coach. „Aber wir müssen versuchen, noch in der Hinrunde die Kurve zu kriegen. Je länger die Situation anhält, desto schwerer wird’s. Das setzt sich in den Köpfen fest.“ Zehn bis zwölf Punkte am Ende der Hinrunde „wären wichtig“. Ähnlich sieht es Melching: „Acht Punkte müssen wir eigentlich noch holen“, sagt er. Dabei seien vor allem die Heimspiele wichtig. Als nächstes kommt am nächsten Sonnabend Aufstiegsfavorit Erlangen. „Wir haben auch gegen die eine Chance“, sagt Lakenmacher, „wir waren ja auch gegen Minden dicht dran.“ Dabei würden auch die Fans eine Rolle spielen: „Wenn die Halle richtig voll wäre gegen Erlangen – das wäre geil.“



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