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„Mir wurde alles zu viel“ – Sympathieträger verlässt WTW Wallensen / Stefan Gluba neuer Coach

„Uns Uwe“ und das Ende der Kirschblüte

Von Andreas Rosslan

veröffentlicht am 15.06.2010 um 15:43 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 15:21 Uhr

Fußball. Das war ein Schock! In Wallensen war die Welt eigentlich in Ordnung. Doch nach dem 5:1-Heimsieg am letzten Kreisliga-Spieltag gegen Salzhemmendorf war plötzlich nichts mehr wie es vorher war. Aus heiterem Himmel gab Uwe Kirsch bekannt, dass er in der neuen Saison WTW nicht mehr trainiert. Damit hatte nun wirklich niemand gerechnet. Selbst die Spieler nicht. „Unsere Jungs mussten die Nachricht erst einmal verdauen“, plaudert Teammanager Thomas Schütte aus dem Nähkästchen. Der Name Kirsch ist eng mit dem Ostkreisklub verknüpft. Schon als Achtjähriger schnürte „Uns Uwe“, den in Wallensen so gut wie jedes Kind kennt, seine Fußballschuhe für die WTW-Elf, mit der er in der Saison 78/79 sogar auf Bezirksebene kickte. „Wir sind damals auf- und gleich wieder abgestiegen“, erinnert sich der 51-Jährige, der seinem Heimatklub, mit Ausnahme eines kurzen Intermezzos als Trainer in Osterwald, immer treu geblieben war – bis heute.

Insgesamt 14 Jahre lang coachte Kirsch die Herren. In den vergangenen sieben Jahren formte der Trainer in Wallensen eine junge und erfolgshungrige Mannschaft. Als er das Team übernahm, spielte der Dorfklub noch in der Kreisklasse. Unter seiner Regie gelang WTW die Rückkehr in die Kreisliga und die Teilnahme an den Kreispokalendrunden in Börry und Rohden. Vergangene Saison blieb man als Zwölfter zwar etwas hinter den Erwartungen zurück. Aber ein Trainerwechsel war nie ein Thema. Erst in der Winterpause hatte Kirsch seinen Vertrag noch einmal verlängert. Doch zwei Wochen vor Saisonende sprach er mit der Vereinsführung des Sportvereins Weenzen-Thüste-Wallensen über seine Rücktrittsgedanken. „Mir hat der Trainerjob sehr viel Spaß gemacht. Aber ich brauche einfach mal eine Auszeit“, begründet Kirsch seine Entscheidung, die er aus dem Bauch heraus getroffen hat. Weil sein Vater vor kurzem verstarb, „möchte ich mich mehr um meine Mutter kümmern“. Darüber hinaus hat Kirsch zurzeit auch beruflich viel um die Ohren und seit einiger Zeit mit Arthrose zu kämpfen. Durch den Gelenkverschleiß ist sein Knie ständig angeschwollen und dick. Deshalb will er sich jetzt erst einmal eine Pause gönnen. „Das wurde mir alles ein bisschen viel. Deshalb habe ich mich entschlossen, die Notbremse zu ziehen.“

„Uwe ist ein Sympathieträger, der bei unseren Fans sehr beliebt ist“, sagt Schütte. Kirsch legte großen Wert auf die Kameradschaft, die vor seiner Trainerzeit vernachlässigt wurde. Unter ihm haben sich „unsere Jungs toll entwickelt“. Viele von ihnen kennt Kirsch schon von Kindheitsbeinen an. Die familiäre Atmosphäre, die in Wallensen gepflegt wird, ist seine Handschrift. „Darauf bin ich auch sehr stolz“, sagt Kirsch, der seinem Nachfolger große Fußstapfen hinterlässt. „Der Verein wollte zwar, dass ich weitermache. Aber ich glaube, dass nach so langer Zeit ein Trainerwechsel der Mannschaft auch ganz gut tut.“

Neuer Coach wird Stefan Gluba. Der A-Lizenzinhaber aus Emmerke, der zuletzt den Bezirksligisten TSV Deinsen coachte, trug als Spieler unter anderem das Trikot des VfV Hildesheim. Auch was den Kader angeht, gibt es Veränderungen. Matthias Batke, Christopher Reich und Paulo da Capela (alle BW Salzhemmendorf) sowie Jelto Opitz (TSV Deinsen) haben WTW ihre Zusage gegeben. Christoph Runne (Tündern) und Jan Namislo (Lauenstein) kündigten ihren Abschied an.



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