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Neuer Trainer, neue Mannschaft, neue Spielklasse: Erstes Training unter Coach Rolf Schünemann

Und das sollen Preußens Hoffnungsträger sein?

Von Andreas Rosslan

veröffentlicht am 02.07.2010 um 20:31 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:50 Uhr

Fußball. So sehen sie also aus – die Hoffnungsträger von Preußen Hameln 07. Mit einer völlig neuen Mannschaft und einem neuen Trainer startet der Landesligist in die neue Saison. Von dem 22-köpfigen Kader kamen gestern immerhin 14 Spieler zum ersten Training, das knapp 50 Schaulustige im Weserbergland-Stadion verfolgten.

Auf Neu-Coach Rolf „Rolli“ Schünemann, der zuletzt Inter Holzhausen in der Leistungsklasse coachte, wartet ein hartes Stück Arbeit. In knapp vier Wochen muss der 43-Jährige aus einem, salopp formuliert, wahllos zusammengewürfelten Haufen eine konkurrenzfähige Mannschaft formen, weil das alte Oberligateam komplett auseinanderbrach. Zuletzt ging mit Bastian Stellmacher („Das neue Team ist nicht landesligatauglich. Da kann der neue Coach erzählen, was er will.“) nicht nur der bisherige Kapitän von Bord. Auch Stefan und Sebastian Schmidt, Martin Eickenscheidt und die Pyka-Brüder werden nicht mehr für 07 spielen. Von der alten Oberligamannschaft ist also kein einziger Spieler mehr da. Der Kommentar von 07-Boss Roman von Alvensleben („Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.“) ist mit einer Prise Galgenhumor gewürzt. Dass Stellmacher und Co. 07 den Rücken kehren, kam für von Alvensleben nicht überraschend: „Ihnen ging es nur ums Geld.“ Die ehemaligen Spieler hätten 07 sprichwörtlich die Pistole auf die Brust gesetzt, obwohl ihnen klar war, dass der Verein pleite ist.

Wie es Schünemann allen Unkenrufen zum Trotz geschafft hat, so viele neue Spieler im Eiltempo nach Hameln zu holen, ist ein offenes Geheimnis. Auf der Internetseite des niedersächsischen Fußballverbandes (www.nfv.de) veröffentlichte er am Freitag, 11. Juni, um 9.53 Uhr folgende Nachricht in der Spielerbörse: „Wir suchen Spieler, die sich zutrauen, in der Landesliga zu spielen.“ Daraufhin meldeten sich einige Kicker, die Schünemann bis gestern nur von der Stimme am Telefon kannte. Von sechs Neuzugängen, die am Donnerstag noch kurzfristig ihre Zusage gaben, wusste er gestern Mittag noch nicht einmal, wie die Namen geschrieben werden.

Etwas frustriert wirkte der neue 07-Coach, weil kurzfristig noch einige Spieler wie Stefan Schmidt und Jan-Philipp Muche, „die ich fest eingeplant hatte“, trotz Zusage 07 nun doch verlassen wollen. Gleiches gilt für Daniel Auge. Allerdings hofft Schünemann, „dass Daniel vielleicht doch noch bei uns bleibt“. Fest steht: Viele der neuen Spieler haben nur Kreisliganiveau. Wie Preußen in der Landesliga den Klassenerhalt schaffen will, ist vielen Fans ein Rätsel. Mit dem TSV Burgdorf, Hesseler SV, SV 06 Holzminden, TuS Kleefeld, TSV Mühlenfeld, TSV Stelingen, Germania Egestorf, TuS Wettbergen, Germania Grasdorf, SG Diepholz, FC Wunstorf, VfL Bückeburg, SV Bavenstedt, ASC Nienburg, TSV Pattensen, SSG Halvestorf, TSV Fortuna Sachsenroß muss 07 einige dicke Brocken aus dem Weg räumen. Die erste Bewährungsprobe steht der Schünemann-Elf am Sonntag, 1. August, in der ersten Runde des Bezirkspokals bevor – gegen den TSV Klein Berkel.



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