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Leichtathletik: Trainerurgestein Anton Ruscheinsky hört beim VfL Hameln auf

„Toni“ übergibt den Staffelstab

HAMELN. Generationswechsel bei Leichtathleten des VfL Hameln: VfL-Urgestein Anton Ruscheinsky hört mit 76 Jahren als Trainer auf. Die Nachfolge ist bereits geregelt: Mit Maren und Markus Fasold, Karin Matuschke und Kevin Reid wird ein Trainer-Quartett von nun an die Sprinter, Springer und Werfer beim VfL betreuen.

veröffentlicht am 27.09.2018 um 00:00 Uhr

Trainer-Urgestein Anton Ruscheinsky übergibt beim VfL Hameln den Staffelstab an seine Nachfolger Maren und Markus Fasold, Karin Matuschke und Kevin Reid. Foto: mha

Autor:

Matthias Abromeit
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Die Staffelstabübergabe bei den Leichtathleten des VfL Hameln ist vollzogen. Trainer-Urgestein Anton Ruscheinsky gibt den Stab in jüngere Hände. Maren und Markus Fasold, Karin Matuschke und Kevin Reid sollen von nun an die Sprinter, Springer und Werfer beim VfL betreuen. „Ich kann mit gutem Gewissen aufhören“, sagt der 76-Jährige, der seit einer gefühlten Ewigkeit beim VfL der „Mister Leichtathletik“ ist.

Zu seinem Trainerjob war Ruscheinsky gekommen wie der Vater zum Kind. Fast sogar im Wortsinn. Als sein Sohn Alexander einst mit der Leichtathletik beim VfL begann, suchte der VfL einen neuen Trainer. Ruscheinsky wurde gefragt. Und „Toni“, wie ihn alle nennen, konnte nicht nein sagen. Er absolvierte Lehrgänge als Übungsleiter und Trainer – und schon hatte der den Trainerjob beim VfL sicher – fast auf ewig. Denn auch als sein Sohn und später seine Tochter Valeska, die es bis zu einer DM-Teilnahme schaffte, aufhörten, tat Ruscheinsky das nicht. Er machte als Trainer weiter – mit Erfolg.

Der Deutsche Meistertitel von Mehrkämpferin Katinka Nowak, die Sprint-Erfolge von Silke Rauchberger, Nicole Müller oder der DM-Triumph der 4x100-Meter-Jungen-Staffel des VfL gingen mit auf sein Konto. Mit dem Jahrtausendwechsel verschwand der VfL als eigene Abteilung von der Leichtathletik-Karte. Mit der LG Weserbergland, zu deren Gründungsvätern auch Ruscheinsky gehörte, hatte er viel vor. Doch nach knapp einem Jahrzehnt kam das Zerwürfnis mit den anderen LGW-Vereinen. Da startete Ruscheinsky den zweiten Neuaufbau beim VfL. „Ich war ganz allein, war Abteilungsleiter, Trainer für alle Altersklassen, Ansprechpartner und Koordinator in einer Person und hatte gerade mal zwei Athleten“, erinnert sich der Trainer. Einer davon war Kevin Reid – Hürdensprinter und Werfer.

Doch es wurden mehr, langsam aber kontinuierlich. 2012 übernahmen Maren und Markus Fasold die Abteilungsleitung. „Das verschaffte mir mehr Freiraum für meine leidenschaftliche Arbeit als Trainer.“ Nach weiteren sechs Jahren steht die Abteilung laut Ruscheinsky jetzt bestens da. Maike Siebert und Ulrich Bienert kümmern sich in der U10-Gruppe mit mittlerweile 30 Mädchen und Jungen um den Nachwuchs.

Für die rund 20 Kinder der älteren Jahrgänge war das Jahr 2018 das bisher erfolgreichste. Die Medaillen-Plätze bei der Landesmeisterschaft für die U16-Athletinnen um Nele Fasold, die Länderkampf-Teilnahme von Marie Bischoff waren nur die Spitze des Eisberges. „Aber wir haben noch viel mehr vor“, sagt Maren Fasold. „Im nächsten Jahr wollen wir mit einer Staffel zur Deutschen Meisterschaft – möglichst auch mit Einzelstartern.“ Das dann ohne Ruscheinsky? Nicht ganz, denn komplett loslassen will er noch nicht. Kevin Reid, sein Athlet der ersten Stunde, macht gerade wie einst das Hamelner Urgestein selber seine Übungsleiter-Lehrgänge. „Ihn betreue ich noch und helfe ihm“, verspricht Ruscheinsky. Denn dass er nur zu Hause sitzt und Golf spielt, kann er sich nicht vorstellen: „Das Stadion ist doch mein Wohnzimmer.“ Nur nimmt er nicht mehr wie all die Jahr Rücksicht auf die vielen Wettkämpfe. „Jetzt kann ich mit meiner Frau Barbara auch mal während der Saison in Urlaub fahren. Dänemark lieben wir beide“, sagt er. Kontakt zu seinen Trainer-Nachfolgern wird er aber auch dann halten. Denn „Toni“ muss ja trotzdem wissen, was in seinem Wohnzimmer so alles passiert.



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