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Rechtsanwalt Rainer Eckert erstellt Gutachten über Vereinsvermögen

Sünden der Vergangenheit holen Preußen Hameln ein

Von Andreas Rosslan

veröffentlicht am 02.06.2010 um 14:57 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 16:21 Uhr

Fußball. Die Sünden der Vergangenheit holen die SpVgg. Preußen Hameln 07 ein. Erst trat Trainer Kai Oswald zurück, der wie die Spieler seit Monaten vergeblich auf seine Aufwandsentschädigung wartet. Dann kündigte Vereinschef Roman von Alvensleben an, angesichts der Schulden, die der Traditionsklub seit Jahren vor sich herschiebt, einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht zu stellen.

Das Chaos, das angeblich die Vorgänger von Roman von Alvensleben bei 07 hinterlassen haben, kann zurzeit offenbar niemand so genau überblicken. Unter der Regie Dr. Rainer Eckert, Fachanwalt für Insolvenzrecht, soll jetzt erst einmal auf Beschluss des Amtsgerichtes Hameln ein Gutachten über die aktuelle Vermögenssituation des in finanzielle Schieflage geratenen Vereins erstellt werden. Nach Auskunft des zuständigen Sachbearbeiters Michael Schütte wird sich der Rechtsanwalt aus Hannover in den nächsten Tagen mit dem Vereinsvorstand von Preußen Hameln 07 zusammensetzen – und die Unterlagen prüfen.

Wie ernst die Lage bei Preußen ist, lässt sich laut Schütte momentan schwer beurteilen: „Wir haben noch keine neuen Erkenntnisse.“ Zurzeit gebe es noch keinen Überblick über die Höhe der Schulden. Dementsprechend könne man auch noch nicht sagen, ob es gelingen wird, den Verein zu sanieren. Nach dem Gespräch mit dem Vereinsvorstand, das voraussichtlich am Freitag sein wird, soll im Laufe der nächsten Woche der Kontakt zu Kreditinstituten und weiteren Beteiligten aufgenommen werden.

Dass es gelingen kann, die Insolvenz eines Sportvereins abzuwenden, zeigt das Beispiel von Arminia Hannover. Der Traditionsklub, der 2007 kurz vor dem Aus stand, blieb erhalten, nachdem ein Vergleich mit den Gläubigern geschlossen wurde. Bis sich alle Gläubiger zu dem angebotenen Vergleich bereiterklärt hatten, mussten jedoch viele Gespräche geführt und erhebliche Überzeugungsarbeit geleistet werden. Letztlich stimmten auch die zahlreichen öffentlich-rechtlichen Gläubiger dem Vergleich zu. Viele private Gläubiger verzichteten damals sogar vollständig auf ihre Forderungen, um Arminia Hannover vor dem Aus zu retten. Ob das auch bei Preußen gelingen kann, ist laut Schütte zurzeit noch völlig offen: „Wir müssen erst einmal das Gespräch mit dem Vereinsvorstand und die ersten Rückmeldungen der beteiligten Kreditinstitute abwarten. Dann wissen wir mehr.“ Ob das Insolvenzverfahren überhaupt eröffnet wird, hängt davon ab, „ob überhaupt genügend Masse vorhanden ist“. Sollte das der Fall sein, wird das zuständige Gericht einen Insolvenzverwalter bestellen.



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