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Abwehrchef spricht über die Auswärtsschwäche der Preußen

Stellmacher: „Die vielen Gegentore wurmen mich“

Fußball. Nach dem Super-Saisonstart läuft es beim Oberligisten Preußen Hameln nicht mehr. Der letzte Auswärtssieg liegt schon über zwei Monate zurück. Vor der heutigen Partie in Rehden (14 Uhr) sprach Dewezet-Mitarbeiter Andreas Rosslan mit Abwehrchef Bastian Stellmacher über die Preußen-Krise.

veröffentlicht am 04.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 16:21 Uhr

Herr Stellmacher, wissen Sie eigentlich, welchen Platz Preußen in der Auswärtstabelle belegt?

Keine Ahnung. Ziemlich weit unten auf jeden Fall.

Stimmt – auf Platz zwölf. Könnte die Auswärtsschwäche ihrem Team noch zum Verhängnis werden?

Dass wir uns gerade auswärts enorm steigern müssen, ist klar. Wenn wir den Klassenerhalt schaffen wollen, dürfen wir uns nicht nur auf unsere Heimstärke verlassen.

Der letzte Auswärtssieg liegt schon über zwei Monate zurück. Warum läuft es zu Hause besser als auswärts?

Das kann ich mir auch nicht wirklich erklären. Ich glaube nicht, dass es an der Einstellung liegt. Jeder von uns weiß, dass wir mitten im Abstiegskampf stecken.

Nach dem Super-Saisonstart zeigt die Formkurve nach unten.

Fest steht: Die Ergebnisse haben zuletzt nicht gestimmt. Wir haben ein paar richtig schlechte Spiele abgeliefert. Da gibt es nichts schönzureden. Aber uns war klar, dass es mit dem kleinen Kader schwer wird. Wenn einige Spieler verletzt ausfallen, fehlen uns die Alternativen und in der Breite die Qualität.

Im Klartext: Preußen muss sich in der Winterpause einige Neuzugänge holen.

Wenn unsere erste Elf fit ist, dann können wir jeden Gegner schlagen. Aber wenn ein Spieler wie Daniel Boateng ausfällt, können wir ihn nicht gleichwertig ersetzen. Deshalb wäre es meiner Meinung nach schon wichtig, wenn unsere Mannschaft in der Winterpause gezielt verstärkt wird.

Zuletzt hatte 07 fast drei Wochen Pause – trotzdem war der Akku leer. Wie kann das sein?

Wir haben in der spielfreien Zeit richtig gut trainiert. Konditionell sind wir gut drauf. Ich habe das Gefühl, dass unsere Köpfe momentan nicht richtig frei sind. Wir haben uns vielleicht zu sehr daran aufgegeilt, dass wir drei Wochen Tabellenführer waren. Vor lauter Euphorie haben wir Gegner wie Ramlingen unterschätzt. Neben Oldenburg haben wir dort eines unserer schlechtesten Saisonspiele gezeigt.

Wie ernst ist die Lage?

Trotz der schlechten Ergebnisse, die wir in letzter Zeit erzielt haben, haben wir immer noch sechs Punkte Vorsprung auf Platz neun – und acht Punkte auf Platz elf.

Trotz des komfortablen Vorsprungs könnte es für Preußen noch einmal eng werden.

Ja, absolut. Wir haben in Rehden und mit Havelse zwei schwere Spiele vor der Brust. In den nächsten zwei Spielen wollen wir sechs Punkte holen – das ist machbar. Das Hinspiel gegen Rehden haben wir mit 2:0 gewonnen. Wenn die Einstellung stimmt, können wir den Erfolg wiederholen. Auch in Havelse rechnen wir uns einiges aus, weil die Partie wohl auf Kunstrasen stattfinden wird. Der enge Platz könnte ein Vorteil für uns sein. Wenn wir mit 31 Punkten in die Winterpause gehen, wäre das für uns optimal.

In 15 Spielen hat Preußen schon 31 Gegentreffer kassiert. Etwas provoziert gefragt: Haben Sie als Abwehrchef versagt?

Die Bilanz täuscht etwas: Etwa ein Drittel der Gegentore haben wir in zwei Spielen kassiert, weil wir in Langenhagen und Oldenburg zwei rabenschwarze Tage erwischt haben. Trotzdem kann ich nicht zufrieden sein. Die vielen Gegentore wurmen mich total. Es ist aber nicht allein die Viererkette oder der Torwart schuld. Die ganze Mannschaft muss besser verteidigen.

Preußen hat den Ausfall von Daniel Boateng nicht verkraftet. Täuscht der Eindruck?

Nein. Das ist absolut richt. Daniel ist ein sehr wichtiger Spieler für uns, der in dieser Saison einen enormen Sprung nach vorne gemacht hat. Auf der linken Seite ist er saustark.

Der nächste Gegner ist Rehden. Im Hinspiel haben die Preußen bewiesen, dass der BSV nicht unschlagbar ist.

Wir werden auf eine andere Mannschaft treffen als im Hinspiel. Damals wurden wir unterschätzt, weil wir ein klarer Abstiegskandidat waren. Rehden hat sich im Saisonverlauf enorm gesteigert.

Wo steht Preußen Hameln am Saisonende?

Ich bin überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Wir werden Sechster.



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